Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 1 (1901)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1901)
- Article
- Exotische Juden
- Date
- 1901-12-01
- Page
- Seite 937 - 938 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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937 Exotische Juden. 938 Stücke einer Thbra haben, die von der gangbaren ziemlich abweicht. Die Kenntnis des Hebräischen ist bei ihnen fast völlig entschwunden, auch sind sie in Sprache und Tracht ganz im Chinesentum aufgegangen.*) Gegenwärtig wird von Seiten englischer Juden in Shanghai versucht, die chinesischen Juden, namentlich die von Kai-Feng-Fu, für das Judentum, das bei ihnen auf recht schwachen Füssen steht, zurückzugewinnen- Es bat sich zu diesem Zwecke in Shanghai eine Gesellschaft gebildet, welche sich mit der jüdischen Gemeinde von Kai-Feng-Fu brieflich in Verbindung setzte, bis kürzlich ein Abgesandter dieser chinesischen Juden, Li King Sheng, und sein zwölfjähriger Sohn, Li Tsung May nach Shanghai kamen, wo sie sich eine Zeit lang aufhielten, um die Gebräuche der europäischen Juden kennen zu lernen. Nach Beendigung der chinesischen Wirren sollten dann auch die Shanghaier Juden Abgesandte nach Kai-Feng-Fu schicken. Eine Anzahl unserer Bilder zeigt jüdische Typen von Cochin, einer alten Hafenstadt an der Malabarküste in Indien — Typen von dunkelfarbigen Frauen und Mädchen —, auch den Begräbnisplatz und die Synagoge der Gemeinde von Cochin führen wir unseren Lesern vor. Die dortige Gemeinde ist sehr alt, die grossen Reisenden des Mittelalters erwähnen sie alle, und auch in neuerer Zeit sind sie oft beschrieben worden. Ein eigentümlich reiches Bild von *) Nach Albrecht Wirth: „Volkstum und Weltmacht in der Geschichte". >•" '.'V~ 1>Ä$»;-V* . .-_./> ■ ' .~ a.' ' & \:\ ■• ■ i fi#r : > ' 1 :. i**'- ky , jm:;/;;J 1§# :;"V . I ■&*■:■}■;-. >■:■-■..:.. \ i _.: :. ■ . ' . ' . j •J* . -1 w *. w; '■■ :■ J' S., V. if'6 V'* iNfcf ''• i' /" . '•• >'"*3S3? fi /# ^;; ^V^fT^- H, % '"-^S c& jy --•-'.'i! * '^f i" ■ 1 ■ ■ ■.. F. A. Lkidgmia. Jüdin aus Marokko, Maurisches Judenmädchen (nach Photographie). ihren Hochzeitsgebräuchen entwirft ein englischer Reisender, der vor längerer Zeit diese Küsten besucht hat. Marokko, das Land, in welchem die Willkür Gesetz ist, wo es fast gleich furchtbar ist, arm oder reich zu sein — auch dieses Land hat eine grosse Menge von Juden — man schätzt sie auf 200 000 — und ihre Kulturstufe entspricht so ziemlich der mittelalterlichen Umgebung, in welcher sie leben. Allenfalls in den Küstenplätzen beginnt es besser zu werden, der Verkehr und die Schulen der Alliance israelitei thuen das ihrige dazu. Wundervolle Typen gedeihen auf diesem heissen Boden des westlichsten Stückes „Orient". Unsere Illustrationen — teils nach Photographien, teils nach Gemälden von Künstlern,!die der fremdartige Stoff reizte, geben uns 'eine Vorstellung davon, und wen es nach einer lebensvolleren Darstellung verlangt, der lese was unser grosser Meister des Pinsels und der Feder — Jozef Israels — von dem alten Gesetzesrollen-Schreiber erzählt, auf den er zufälligstiess und mit dem er, so gut es gehen wollte, sich auf hebräisch verständigte. Wunderbar plastisch schildert uns der jüdische Maier „aus dem Lande Holland" die Erscheinung des alten Juden mit dem „fürstlichen Haupte". ... Von den bedrücktesten unter unseren vielbedrängten Volksgenossen, zu den ungebundensten und herrenmässigsten, den jüdischen Beduinenstämmen in Arabien, den Söhnen Cheber's oder Chaibar's, wie man