Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 1 (1901)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1901)
- Article
- Exotische Juden
- Date
- 1901-12-01
- Page
- Seite 935 - 936 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
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935 Exotische Juden. 936 sondern auch in Bombay, wo sie einen Teil der Bene Israel, deren Mehrzahl übrigens weiss ist, ausmachen. Sehr dunkelfarbig sind auch die Juden von Yemen (Südarabien) und die Falaschas im Westen Abessiniens. Diese zum Judenthum bekehrten Falaschas sind die eigentümlichste Eroberung des Mosaismus. Sie gehören zu der ausgedehnten hamitischen Rasse, die von Marokko bis Somaliland und Uganda reicht. Die Bekehrung war vermutlich von Aegypten aus erfolgt. Als sicher kann wohl angenommen werden, dass die Bekehrer griechisch sprachen und hebräisch verstanden; die jetzigen Falascha aber sprechen 'und verstehen nur äthiopisch, und zwar eine Mundart, die dem Agau verwandt ist, während der Mosaismus und seine Gebräuche sich erhielten. Auch ist noch die Thora vorhanden, freilich in äthiopischer Sprache.*) — Entweder von dem Sassanidenreiche, das unter Anoschirwan eine ArtOberhoheit über Yemen ausübte, oder von Aegypten sind jüdische Emigranten auch nach Arabien gekommen und haben das Himjariten für den Mosaismus gewonnen. Li King Sheng und Li Tsung May. Chinesische Juden (Vater und Sohn). Volk der Das scheint bald nach dem Jahre 500 geschehen zu sein. Trotzdem aber dann von Byzanz aus die Himjariten dem Mosaismus wieder entrissen wurden, blieben Vertreter und Lehrer der Juden im Lande, auch fernerhin die Kultur der Aussenwelt vermittelnd. Ob die heutigen Juden von Aden von jenen Pionieren des 6. Jahrhunderts abstammen, weiss man nicht. Die Sprache dieser Leute ist Arabisch, doch ist ihnen auch Hebräisch geläufig; das erstere würde auf einen ziemlich langen Aufenthalt im Lande deuten. Das gleiche Argument ist für die heutigen Juden in Persien geltend zu machen. Das Idiom der Israeliten von Jufa (bei Isfahan), Schiras und Hamadan ist nämlich eine ganz merkwürdige Mischung, die zeigt, dass jene Zersprengten geraume Zeit ausserhalb einer grösseren Civilisation standen. Die Mischling ist aus Lurisch, Farsi, Hebräisch und einer dem Mazenderani ähnlichen Mundart zusammengesetzt.*) Yemenitische Juden sind neuerdings in ziemlicher Anzahl in Palästina angesiedelt, wo sie sich recht gut bewährt haben. Sie sind der schwersten Arbeiten fähig und äusserst genügsam. Auch sonst giebt es noch arabische oder besser syrisch - arabische Juden. Reste des jüdischen Volkes dürften sich zu allen Zeiten in den syrischen Städten gehalten'haben,\md viele von ihnen, besonders aus der Gegend von Aleppo, machen einen ziemlich arabischen Eindruck. In letzter Zeit, als China aktuell war, ist auch viel von chinesischen Juden geschrieben worden, deren Zahl von einigen bis zur Höhe einer halben Million angegeben wurde. Die Epoche, in der die Wanderung der Juden nach dem fernen Osten begann, war vermutlich die der Sassaniden. Es sei darauf hingewiesen, dass im 9. und 10. Jahrhundert jüdische Kaufleute Turkestan und Hochasien durchstreiften, dass Vasco da Gama Juden in Kalkutta antraf, und dass in Siam und Südchina heute noch Glaubensgenossen derselben wohnen, die gleich nach der babylonischen Gefangenschaft eingewandert sein sollen. Eine andere Tradition sagt, dass die Einwanderung unter der Dynastie der Han geschehen sein soll. Merkwürdig ist nur, dass die chinesischen Juden