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Ost und West · 1901-11-01 · Heft 11 (November 1901) · p. Seite 843 - 844

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Journal
Ost und West
Volume
1 (1901)
Issue
Heft 11 (November 1901)
Article
Stiftshütte, Tempel- und Synagogenbauten
Date
1901-11-01
Page
Seite 843 - 844 (sequence 7)
Language
German
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843 Professor Dr. D. Joseph: Stiftshütte, Tempel- und Synagogenbauten. 844 mitgespielt wurde. Mit der Verlegung des Judenviertels 1462 diente die Synagoge städtischen Zwecken. 1874 fand man noch Fundamente dieses alten Baus, der nur aus einem rechteckigen Raum mit halbrunder Nische für die Thorarollen bestand, daran schloss sich an der nördlichen Seite die Frauensynagoge. Noch bevor die Uebersiedlung nach dem neuen Viertel erfolgte, 1461, wurde die Synagoge daselbst aul Kosten der Stadt von Meister Heinrich errichtet, daneben wurde 1603 eine neue Synagoge erbaut; beide aber wurden 1614vomPöbel arg mitgenommen und gingen im Brande von 1711 völlig zu Grunde. Aber bereits im selben Jahre beginnt der Wiederaufbau auf den alten Fundamenten und in gleichem Umfange unter der Ausführung Daniel Käsers. Selbst die alten Materialien wurden, allerdings zum Schaden der Solidität, soweit irgendwie angängig, wieder verwendet. Ueber den Baufortgang und die innere Ausstattung hat der Hebraist Schudt in seinen „Jüdischen Merkwürdigkeiten" eingehende Nachrichten hinterlassen. Das Innere (Fig. 39) zeigt ein gewölbtes Schiff, in dessen westlichem Teil sich der Auf- Fig. 38. Bundeslade der Synagoge zu Livorno. (Nach einer Photographie.' gang zu der daselbst gelegenen Hochschulempote befindet. Der Almemor erscheint in der Mitte, der Oraun hakaudesch im Osten. Die gleiche Einrichtung ist auch in der sich südlich daran anschliessenden Neuschul getroffen, während die gewölbte Frauenabteilung sich im Norden an die Altschul anlegte. Der Schnitt zeigt, dass dieses Gebäude in 3 Stockwerken aufstieg, die aber in Summa nicht höher wie die Männersynagoge waren. DasAeussere ist recht schmucklos und giebt zur Bewunderung keinen Anlass, die Wirkung im Innern (Fig. 39) besorgen die Wandsäulen, aus denen in kühnem Bogen die feinprofilierten Gewölberippen aufsteigen, sodann aber auch die reiche innere Ausstattung, vor allem die hübschen Messingleuchter und die korinthischen Marmorsäulen am Oraun hakaudesch. Die Synagoge wurde 1854 abgebrochen, um dem jetzigen Gotteshause Platz zu machen. Ein wenig jüngeren Datums ist die alte Synagoge in der Haidereuterstrasse zu Berlin.44) 44) Gercke, Manuskript der Rathausbibliothek in Berlin. S! 146 ff. Küster, Altes und neues Berlin. . S. 1026. Anhang-. Geiger, Geschichte der Juden in Berlin. 1871. I. 'S. 21. II. S. 43 ff.

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