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Ost und West · 1901-11-01 · Heft 11 (November 1901) · p. Seite 835 - 836

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Journal
Ost und West
Volume
1 (1901)
Issue
Heft 11 (November 1901)
Article
Stiftshütte, Tempel- und Synagogenbauten
Date
1901-11-01
Page
Seite 835 - 836 (sequence 3)
Language
German
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835 Professor Dr. D. Joseph: Stiftshütte, Tempel- und Synagogenbauten. 836 wechselt und offenbar auch von. den Formen des gotischen Stils nicht ganz korrekte Kenntnis besitzt, hat doch seine Zeitannahme mehr Berechtigung als etwa diejenige Goethe's, der das 8. Jahrhundert vermutet, oder die von B. Foges, der dieselbe mindestens" vor Einführung des Christentums in Böhmen setzt. Andere Kunstgelehrte wie Mertens, Franz Kugler, von Quast, Karl Schnaase schwanken zwischen der ersten und zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und dem 14. Jahrhundert. Die letztgenannte Zeit nimmt SchnaaseiL) an, obwohl er die Formgebung wirklich altertümlich findet, er kommt zu seiner Entscheidung, indem er voraussetzt, , „dass mancherlei Rücksichten den jüdischen Bauherrn und den wahrscheinlich christlichen Baumeister bewegen konnten, hier auch in späterer Zeit, etwa im 14. Jahrhundert, ungewöhnlich einfache und veraltete. Formen anzuwenden". Doch schon in der zweiten Auflage seines grundlegenden Werkes ändert der Gelehrte seine ursprüngliche Meinung dahin ab, dass er statt dessen das Ende des 13. Jahrhunderts substituiert. In der That aber scheint mir der Charakter der Architektur auf die Mitte des 13. Jahrhunderts zu passen, womit auch der Umstand 41) Schnaase, Geschichte der bildenden Künste. III S. 589, 2. Aufl. V S. 457. 1. Aufl. I i * i 1 f? i f i i! i i i \ I \! i! I i l \ i|j a—i _i 1 ---a —\ j --i V < 1 f n 'A 1 Nl/! N l 1 7 1!![ t i! il II \ TT l! i i ..iL. M....H NM '1 <ff---rJ----pübereinstimmt, dass im Jahre 1316 die alte Synagoge, die bereits im Jahre 1142 bezeugt ist, ein Raub der Flammen wurde. Bei "dem notorischen Reichtum der .Prager Juden jener H.d Waldiittir. af^Ar. Fig-. 30. Schnitt durch die Altneuschul in Prag (nach J. Deutsch). Fig. 31. Details der Altneuschul zu Prag (nach J. Deutsch). Zeit dürfte ein Neubau sehr bald in Angriff genommen worden sein, und bei der Umschau nach geeigneten Vorbildern mag man auch in Regensburg Halt gemacht haben, woraus sich dann die Aehnlichkeit der beiden Synagogen ergiebt. Aus den späteren Schicksalen der Synagoge mögen folgende Angaben hier Platz finden. Im Jahre 1336 fand seitens des Königs Johann aus Geldgier die erste Beraubung der Synagoge statt, zweitausend Mark wogen che geraubten Schätze an Gold und Silber; wenn es den damaligen Juden ein Trost sein konnte, so war es der, dass nicht Religionshass der Grund des Raubes war, dass vielmehr der geldgierige König selbst die Domkirche mit seiner Verfolgungpekuniärer Zwecke nicht verschonte. Im Jahre 1389 war die Altneuschul der Schauplatz grässlichster Judenverfolgungen, Männer, Frauen und Kinder fielen an heiliger Stätte durch Feuer und Schwert. Rabbi Abigdor Karo (gest. 1439) hat zum Andenken daran seine berühmte Elegie .... verfasst, die am Versöhnungstage alljährlich in der Altneuschul wiederholt wird.

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