Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 1 (1901)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1901)
- Article
- Stiftshütte, Tempel- und Synagogenbauten
- Date
- 1901-10-01
- Page
- Seite 741 - 742 (sequence 5)
- Language
- German
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741 Prolessor Dr. D. ] osepht!. Siiftshütte;; Tempelfind : Synagögenbauten. 742 sehen. ,yon der Synagoge der jüdischen ReformgemeindeinBerlin, die dem christlichen Brauch, wie in anderen Dingen, so auch hierin Folge gageben, hat Einja«« MifrN^ MO -1—».-1_,-■—r Fig. 17. Grundriss des Tempels in Nikolsburg. (Nach Fleischer.) Man hat ferner zu unterscheiden zwischen Synagogen, in denen der Frauenraum über gleichem Terrainniveau wie der Raum für die Männer entwickelt ist, und solchen, in denen den Frauen Emporen zugewiesen werden. Es ist klar, dass die ganze fernere Gestaltung in dem einen oder anderen Sinne von dieser Grundbedingung abhängt. Wir finden, dass das Mittelalter, welches noch nicht so mit dem Räume zu geizen brauchte, sich vornehmlich dem ersten Typus zugewendet hat, mit ihm vielfach auch eine Anzahl Synagogen späteren Datums, die dem orthodoxen Ritus huldigen. Doch finden sich auch Verbindungen beider Systeme. Die Synagoge von Nik Olsburg nun gehört dem letztgenannten Typus an. Der Grundriss der Männersynagoge, Fig. 17, stellt als Hauptkern einen nahezu quadratischen Raum dar, der sich an der einen Seite durch einen vorgelegten Appendix erweitert, an einer anderen Stelle schlies£t sich der Frauenraum an. Ein unscheinbarer Eingang führt in diesen, während der Männerraum eine Vorhalle besitzt, aus welcher man vermöge zweier Eingänge in das Innere gelangt. Genau in der Mitte desselben befindet sich der Almemor, auf einer Estrade, die umgittert und von zwei Seiten zugänglich ist. Diese Stelle, von der aus die Thora verlesen wird, * möchte ich ': als eine Reminiscenz'< äfr das Heilige des Tempels - in - Jerusalem: &u$ä$sen, während der Oraun hakaudesch die heilige Lade vertritt. In dieser werden die Thorarolleti > 'aufbewahrt. Das Herausnehmen und Hineinstellen derselben bildet im Gottesdienste jedesmal eine der feierlichsten Handlungen.; Der Oraun hakaudesch wird dennauch künstlerisch am meisten mit Ausstattung bedacht. Man gelangt zu ihm, der etwas höher angeordnet ist, vermittelst einer massig breiten Treppe, so auch in Nikolsburg. Daneben steht hier, wie noch heute in den Synagogen kleinerer Gemeinden, das Pult, das, bei der Absingung der liturgisch weniger bedeutsamen Gesänge des Vorbeters gebraucht wird. , Die Pulte der Gemeindemitglieder sind im Mittelalter noch beweglich, um dieselben je nach Bedürfnis mit Rücksicht auf die Vorschriften der Gebetsordnung mit Leichtigkeit dirigieren zu können. Die Sitze selbst sind meist nach dem Almemor orientiert, was ebenso in Nikolsburg der Fall ist. Auch diese Anordnung ist von den Gnmdriss der Synagoge. '< /. Mannerbau. II. Frauenbau. Tit. Vorraum zum Fraurnbai,. IV. Ravhikapelle. V. Jlof. VI. Eintelhetten aus dem Männer bau. Vfl, Wandkonsolen aus dem Frauenbau. 1 : ZOO Fig. 18. Synagoge zu Worms.