Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 4 (8.1921)
- Date
- 1921-08-01
- Page
- Seite 40 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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Jakob Klat zkin UIIIUUIIIIUIIIIIIIIIIIII1II1UIIUI1III1IIIIIIIIIIIII1IIIUIIIIIIIIII1I1IIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII11III11III1I1III1IIIIIIIIIIIIIU1II1IIII1III1I1IIIIUID die zionistische Volksmoral einen Riß erhalten. Schon im Jahre 1918 mußte ich daher angesichts des Freudenrausches im Zionismus das Geständnis ablegen : „Mir ist es zumute wie einem Trauernden unter Hochzeitsgästen." Nun ist diese Krisis, die lange sich unterirdisch vorbereitete, zum Vorschein gelangt; die Wunde ist aufgebrochen. Sie ist also nicht Niederschlag einer plötzlichen Entspannung, einer Enttäuschung über diplomatische Erwartungen und Verheißungen; nicht Folge einer mißglückten, sondern einer erfolgreichen Diplomatie. Die diplomatischen Erfolge haben der Diplomatie eine Suprematie im Zionismus verliehen, die ihm schwere Einbuße an Ideenkraft, an Gehalt und Innerlichkeit, schwere Einbuße an seelischer Gegründetheit zufügen mußte. Auch an Werbekraft: die zionistische Organisation ist innerlich erschütterter denn je, die geistige Loslösung geradezu erschreckend, der Abfall wächst zusehends und nimmt Dimensionen einer Massenflucht an — darüber können uns auch die aufgebauschten agitatorischen Errungenschaften nicht täuschen. Wie das Individuum, so wird auch ein Kollektivum manchmal von Gewissensbissen gequält. Die gegenwärtige Krisis im Zionismus ist das erwachende Bewußtsein eines Seelenzustandes der Sündhaftigkeit; ist eine Art verspäteter Reue und Gewissensbisse des zionistischen Kollektivs. In diesem Betracht ist die zionistische Krisis als ein gutes Zeichen zu begrüßen. 40