Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 4 (8.1921)
- Date
- 1921-08-01
- Page
- Seite 38 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2583479-2583480-2583484--328-2583824- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jakob Kl.atzkin •■(■iiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiitiiiiiifiiiaiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiia Riesenapparat unterhalten, der unausgesetzt agitiert und propagiert, ohne aber den ernsten Versuch zu unternehmen, Wissen des Judentums zu vermitteln, die Erlösung aus dem Sprachenexil vorzubereiten, die Leere des assimilierten Seins wahrhaft auszufüllen? Was bedeutet es, wenn selbst zionistische Führer und Lehrmeister, Agitatoren und Propagandisten die Mühe scheuen, in einen inneren Kontakt mit unserer nationalen Sprache und Literatur zu kommen? Es ist die nationale Pose, die die Geschäftigkeit allzusehr liebt und der Tat vorzieht. Sie bleibt im Grunde bequem, auch wenn sie Opfer bringt. Freilich müssen wir um den Rahmen unserer Rechte besorgt sein. Freilich dürfen wir mit Kraftaufwand für Agitieren und Propagieren nicht geizen. Die nationale Pose aber erhebt den äußeren Rahmen zu einer zentralen Bedeutung und setzt in ihn ihr höchstes Vertrauen; berauscht sich am Getue des Agitierens und Propagierens, ist vergnügt und feiert Erfolge, die ja nur eine Fortpflanzung und Ausdehnung eben dieser Pose sind. Man klagt über die Diktatur der Führer, die das Volk nicht befragen; die auch das Aktionskomitee vor vollzogene Tatsachen stellen und es nur dazu benutzen, um dem Kongreß einige Wochen vor seiner Tagung in Beschlüssen von großer Tragweite vorgreifen und zugleich den Schein einer geteilten Verantwortung wlahren zu können. Man klagt über den militaristischen Geist, der in unsere Reihen eingerissen hat. Aber hinter dieser Diktatur steht keine große rigorose 38