Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 3 (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 84 (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
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A r n o 1 d Z w e i g nniitiiiiiMimiimHimiiiiiitiiiiiEiiiiiiiuiiiminiiiiiiiuim gen diese Ansprüche des Landproletariats wehren könnte, liegt in der Situation selbst. Führen nun gar Juden moderne, ertragsteigende Agrarmethoden ein, die bei Bewahrung der heutigen Situation dem Effendi weit mehr als dem Pächter zugute kämen, so ist der Anstoß zur Agrarreform auch dann gegeben, wenn sich die Juden jeder Einmischung in die arabischen Besitzverhältnisse enthalten. Dies weiß der Effendi so gut wie wir, und mit derselben Logik wie Europa wehrt er sich gegen das Einströmen der neuen Zeit, indem er den Fellachen irreführt, aufreizt, in Versammlungen und Zeitungen bis zur agressiven Untat erhitzt und so nach außen auf die „Volksbewegung gegen die Fremden" verweisend, seine eigene Stellung als Herr des Bodens aufrechterhält. Neben diesem Grundproblem verschwinden die übrigen vorläufig ins Nebensächliche; selbst die Tatsache, daß im Kampfe gegen den Zionismus die christlichen Araber (ein verschwindender Bruchteil gegen sechshundertfünfzigtausend Mohammedaner) so auffallend in den Vordergrund treten, erklärt sich durch jenes: gehören doch die weitaus meisten davon zu den Effendis, entweder als Großgrundbesitzer oder als von ihnen Abhängige. Jede jüdische Politik in Palästina kann also nur durch das Vorbild gerechter Wirtschaftsformen den arabischen Widerstand auf seine wahre Größe und seine wirklichen Motive zurückführen, und jede europäische Verwaltung kann nicht anders als im selben Sinne wirken. Der arabische Geist hat lange geruht, aber er ist keinem anderen unterlegen; in gemischten Schulen behaupten schon heute arabische Kinder neben den jüdischen fast den gleichen Rang an Intelligenz, und diese Gleichwertigkeit wird sich mit der Zeit auf allen Gebieten des Lebens durchsetzen. 84