Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 3 (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 83 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
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Das jüdische Palästina und der Orient ijHnuiuiiiniiiinmiuuHiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiitimiitM reits ein Faktum ist, im öffentlichen Leben sich durchzusetzen wissen. Aber es hieße die Grundlagen des Judentums negieren, wenn in diesem friedlichen und kulturellen Wettkampf irgendwelche antiarabische Gesinnungen unterlaufen sollten; im Gegenteil wird das Arabische recht bald in den jüdischen Schulen seinen Platz finden müssen. Das arabische Problem, das ernsteste der Siedelung, gliedert sich ein in den großen Kampf um den Boden, mit dem die französische Revolution, aufs Mittelalter zurückgreifend, begann, ohne ihn beenden zu können. Die arabische Welt steht heute noch in der Situation vor 1789: im Wiläjet Damaskus z. B. belegt der Großgrundbesitz („Effendis") 60 Prozent des Bodens gegen 15 Prozent mittelgroßen und 25 Prozent Kleinbesitzes; den bearbeitenden Fellachen gehören in Transpordanien 15 Prozent, in Galiläa 20 Prozent und in Judäa 40 Prozent des Ackerlandes; während die knapp berechnete Durchschnittsgröße einer Fellachenwirtschaft vierzig bis fünfzig Dunam ausmacht, teilen sich in der Gegend von Asa und Ber-Seba achtundzwanzig Großgrundbesitzer in über zwei Millionen Dunam. Stellt man sich die Wirklichkeit, welche von solchen Ziffern skizziert wird, anschaulich vor, so begreift man, daß jede Berührung mit den gründlich gerechteren europäischen Zuständen selbst in kapitalistisch gesinnten Staaten (vergleiche Lloyd Georges Bodenreform!) auf den erbitterten Widerstand — nicht der Araber schlechtweg, sondern der vor Europa agierenden Araber-Effendis stoßen muß. Daß hier Veränderungen zugunsten der Fellachen unbedingt kommen müssen, sobald der Fellach Kenntnis von seiner ungewöhnlichen Lage erhält, daß keine europäische Verwaltung sich ge- 6* 83