Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 2 (4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 72 (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
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s s e n iiuiiiiiiiiitntiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiHiiimiiifiitniuims G 1 o iiiiiiiitiuntinmniniiiniiiiiiiiiiiiiiittiuiiitiiin für die Seele des Zionismus, des Zionisten und der Zionistin, »Sorge getragen werden. Positiv ist zu fordern von jedem, der nicht nur im jüdischen Volksheer, sondern in der Garde dienen will, daß er nicht bloß opfert, sondern am Einsatz teilnimmt. Statt vielen Predigens zwei praktische Beispiele. Einsatz an Geld bedeutet uns, wenn ein Zionist, der Vermögen hat, dieses Vermögen und seine ganze Erfahrung und seinen Lebenswillen in oder für Palästina einsetzt. Ob auf kapitalistischer oder kommunistischer Grundlage, hängt von den Gesetzen des Landes ab. Man ist ja auch hier nicht sicher vor sozialen Experimenten. Einsatz an Seele bedeutet uns, wenn nicht in allen Fällen eine. LTebersiedelung nach Palästina, so doch endlich die Herstellung einer persönlichen Verbindung mit dem Lande. Wer nicht im Lande produzieren kann, soll wenigstens im Galuth Konsument der Palästinaproduktion sein, Abnehmer und Empfänger der von dort kommenden Erzeugnisse und Einflüsse. Was wird denn sonst der Unterschied zwischen Zionisten und Nichtzionisten im Galuth sein können, als der, daß die Nichtzionisten für jüdische Kulturzwecke bloß geben, während die Zionisten auch Nehmer, Genießer der Früchte dieser Kultur sein werden? Ist insbesondere der deutsche Zionismus darauf gefaßt und vorbereitet? Wenn der deutsche Zionismus wegen der Filianzaktion die Kultur vernachlässigen sollte, würde er sich als Partei selbst sein Grab graben. Es ist Zeit, daß er sich umsieht und die weise Paradoxie der Geschichte begreift: gerade jetzt, wo das Technische und Wirtschaftliche zunächst das unmittelbar Notwendigste ist und alle jüdischen, mitunter auch nichtjüdischen Kräfte willkommen sind, muß sich der Zionismus endlich zur Kulturgemeinschaft emporarbeiten, die er schon von jeher hätte sein sollen. Gestählt durch die praktischen Erfahrungen der permanenten Aufbauarbeit für Palästina, wird er auch die Kulturfrage konkret aufrollen und sie lösen. Bislang ist die Frage noch nicht einmal gestellt. In die Taschen wird endlich hineingegriffen, In die Seelen noch nicht. Berlin Baruch Krupnik 72