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Freie zionistische Blätter · 1921-04-01 · 2 (4.1921) · p. Seite 73

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Journal
Freie zionistische Blätter
Volume
1 (1921)
Issue
2 (4.1921)
Date
1921-04-01
Page
Seite 73 (sequence 75)
Language
German
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G 1 o fHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlllUlIUlllllllll s e n iniiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiitiiiiiiiiiaiimiHiuiiim» GEGEN DEN MISSBRAUCH NATIONALER SYMBOLE Anläßlich der Anwesenheit des englischen Kolonialministers Churchill in Jerusalem wurde er von einer Abordnung des Rabbinats unter Führung des Rabbiners Kuk begrüßt und es ward ihm eine Sefer-Thora überreicht, wofür Herr Churchill herzlich dankte. Ich gestehe, als ich diese Nachricht las, hatte ich etwas von einem - Gefühl der Indignation und der Beschämung. Ich begreife, daß man Herrn Churchill ehrt und feierlich begrüßt; muß man ihm gleich das Heiligste, was wir haben, eine Sefer-Thora, überreichen? Es ist seit jeher alte und schöne Sitte, daß wir Männer, die wir ehren wollen, mit einer Sefer-Thora in der Hand begrüßen. Es ist dies unser nationales Kleinod, mit dem wir uns zieren; unsere einzige wundersame Waffe, mit der wir uns schmücken. Wir schmücken uns mit ihr; wir tragen sie entgegen; aber wir überreichen sie nicht. Seine kostbarste Waffe liefert ein Volk nicht dem Fremden aus, auch wenn er noch so hochgestellt und geehrt ist. Man wird sagen, das Ganze sei unwichtig. Es ist nicht unwichtig! Es ist mehr als eine nationale Taktfrage; es ist ein Symptom des matten und unsicheren national-religiösen Würdegefühls. Wenn es sich um Frauenwahlrecht handelt oder um irgendeine andere rein politische Frage, dann pflegen unsere Orthodoxen regelmäßig von der Entweihung national-religiöser Tradition, von Chillul haschem zu sprechen und mit übertriebenem und unangebrachtem Pathos dagegen zu protestieren. Hier, wo es wirklich um ein nationales und religiöses Heiligtum geht, wo wirklich die Sphäre des national Geweihten, des religiös Geheiligten betroffen wird, hat die maßgebende Vertretung der Orthodoxen kein Gefühl für wirkliche Weihe und wahre Ehrfurcht vor dem Heiligen. Was Herrn Churchill recht ist, ist jedem anderen englischen Minister nur billig, so daß es gar nicht unmöglich ist, daß bald das Kollegium der englischen Minister, wenn der Weg sie gerade nach Palästina führt, im Besitze von Sefer- Thoras sein wird. Dagegen muß Verwahrung eingelegt werden. Das Jerusalemer Rabbinat hat nicht mit dieser Unsitte begonnen; er folgte nur einer Gewohnheit

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