Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 2 (4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 70 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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Glos •imiiiiiHiiiiiiiiiimiiiiiiiiiniiiiiiiniiiiimiiiiiiimimniiimuiiiiiiiiii wird es bejubelt und ist bald vergriffen; wenn aber einer, der als Denker wie kein anderer, als Kenner des Judentums wie nur wenige., berufen war, über das Judentum zu sprechen, als Fazit seines geistigen Schaffens gleichsam der jüdischen Oeffentlichkeit ein System des Judentums hinterläßt, bleibt es unbeachtet. Daß Cohen von den offiziellen Kathederphilosophen ignoriert und boykottiert wird, ist Unrecht genug, aber aus seiner Stellung zum Christentum heraus begreiflich; daß er auch von uns Juden boykottiert wird, ist mehr als ein Unrecht. Es ist, es sei wiederholt, eine Schande. Nicht um für das Buch zu propagieren — dem einer, der das Judentum national auffaßt, in vielem Wesentlichen widersprechen muß — sei dies hier gesagt. Bücher von diesem Range brauchen sich nicht um das Interesse oder die Indifferenz der Generation, der sie gegeben werden, zu bekümmern. Sie sind für die Dauer bestimmt, und spätere Geschlechter werden erkennen, was in diesem Werke dem Judentum s e n geschenkt ward. Hier wird dies alles nur erwähnt als Symptom anderes unseres jüdischen Lebens; als schmähliches Symptom für die Seichtheit und den Unernst, der bei uns in geistigen Dingen vorherrscht. Jeder Fux macht sich seine Konzeption des Judentums zurecht, noch bevor er das Alphabet hebräisch lesen kann. Jede geistreich formulierte, phrasenhaft aufgedonnerte, rhetorisch umputzte, modern ausstaffierte Predigt über das Judentum wird gelesen, bewundert und geglaubt. Wo aber ein wahrhaft Großer endlich einmal das Wort nimmt, um vom Judentum zu sprechen, bescheiden, sachlich, vornehm, im Bewußtsein einer ungeheuren Verantwortung, da bleibt seine Stimme ungehört, und jeder zionistische Junge hat, ohne je das Buch gesehen zu haben, bereits die Phrase zur Hand: „Ach, Cohen, der Assimilant, der ist ja schon lange erledigt." Mir scheint, ein Geschlecht, daß so Cohen „erledigt" zu haben glaubt, darf selbst als erledigt gelten. M—n. GELD UND SEELE Wenn es sich nur darum han- Honen aufzubringen, und das delte, bei der gesamten Juden- Werk der Erlösung wäre vollheit der Welt soundso viel Milbracht — so könnte man den 70