Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 2 (4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 65 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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G 1 o s s IIIIIIIIIIlIIIHIIIIIIUIlllllIlllllllllllllUllIIIIIIllllIIIIIIIItllllllllHIlHlllllllllllIlUlllllllllllllUluiilliilliiu e n iiiiiiiii« anämisch ist, daß sie solche Differenzierung nicht mehr verträgt; dann ist es höchste Zeit, die Gesamtorganisation zu beleben; der Wille zum föderativen Zusammenleben verdient keinen Tadel: Man komme nur nicht dagegen mit dem Gefasel von der Einheitsfront, mit dem dummen Gezeter über die Spaltungssucht. Wo immer kleine Cliquen Massen irreführen und sie zu blindem Kadavergehorsam erziehen wollen, hört man die Phrasen von der Einheitsfront. An diesen Phrasen sind ganze Völker in den letzten Jahren zugrunde gegangen; man verschone uns mit diesen offiziellen Rezepten. Einheit ist notwendig; in den grossen zentralen Aufgaben, die allen gemeinsam sind. In den Fragen der Taktik, der Mittel, der Wege, der Arbeitsmethoden muß Differenzierung, Meinungsverschiedenheit und Meinungsstreit herrschen, und der organisatorische Ausdruck dieser Differenzierung in Föderationsbildungen ist heilsam und reinigend, förderlich und fruchtbar. Nur — eine solche Differenzierung muß in der Tat vorhanden sein. Ein eigenes, spezifisches, sachliches Programm ist notwendige Voraussetzung zur Föderationsbildung. Bloße Stimmungsgleichheit, persönliche Verbundenheit eines Freundeskreises, gekränkte Eitelkeiten oder gemeinsame Verbitterungen können nicht legitimer Anlaß einer Föderierung werden. Wenn die Sache es verlangt, ist eine gewisse Absonderung, ein Zusammenschluß, eine Fraktionierung berechtigt, ja geboten. Aber nur, wenn die Sache es verlangt. Persönliche Motive haben überhaupt in ideellen Bewegungen auszuschalten; daß sie nie ganz zu beseitigen waren, daran hat der Zionismus von jeher gekrankt, und er krankt noch heute daran. Solche Motive als berechtigten Anlaß einer Föderierung anerkennen, hieße das persönliche Prinzip, das Prinzip der Unsachlichkeit, geradezu sanktionieren. Wir werden dann sehr bald allerhand wunderliche Föderationen haben: eine Föderation der gekränkten Eitelkeiten, eine andere der Uebergangenen und Verbitterten; eine Fraktion der Familienväter und eine andere der Junggesellen; den Verband der Parteisekretäre und den anderen der prinzipiellen Sekretärsgegner, kurzum: der Lächerlichkeiten wäre kein Ende. Das einzig berechtigte Gegenargument gegen die Gründung der Binjan-haarez- Föderation ist die Kritik an der Eigenart ihres Program- Freie Zionistische Blätter II, 5 65