Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 2 (4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 16 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Hans K o h n der zu seiner Verwirklichung ein bestimmtes Mittel in den Vordergrund rückt, ohne dabei die anderen vernachlässigen zu dürfen. Wir wollen hinzufügen, daß uns der Zionismus wie jeder Nationalismus nur dann als berechtigt erscheint, wenn er sich nicht absolut wähnt, sondern relativ in weiterem Zusammenhange weiß. Wenn er nicht Letztes ist, sondern seinerseits nur Mittel. Richtig verstanden, eines der hervorragendsten Mittel der menschlichen Entwicklung: Nahrung des Geistes aus bewahrenden Quellen, Verbundenheitsgefühl, Verantwortung in die Zukunft; mißbraucht, die fürchterlichste Gefahr, die uns bedroht: Verdummung der öffentlichen Meinung, Steigerimg egoistischer Machtgelüste. Nationalismus muß menschlicher Nationalismus sein, humanistischer Kosmopolitismus, der zu seiner Verwirklichung die traditionelle Kulturverbundenheit, das natürliche Solidaritätsgefühl in den Vordergrund rückt, ohne dabei die anderen Mittel vernachlässigen zu dürfen. * * * Zionismus ist der Versuch der Regenerierung des jüdischen Volkes. Daher ist es seine Aufgabe, das ganze jüdische Volk und alle seine Zustände zu umfassen. Der Zionismus darf sich nicht auf die Probleme der Siedlung in Palästina einschränken, er hat die gesamten Probleme des Judentums, soweit sie sich um das Zentralproblem der Regenerierung gruppieren, zu leiten. Nicht nur — wie man es so oft sagt — weil ohne eine starke Diaspora Palästina nicht stark sein kann, brauchen wir Gegenwartsarbeit, wie man die Regenerierungsarbeit an dem jüdischen Volke im Galuth nennt (als ob es nicht ebenso 16