Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 93)
- Language
- German
- Belongs to
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G 1 o «IIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIllIllllllllllIlIIIIIIIIIIHIIIllIIIIUIlUllIIllllllltll Kompromiß; man wog jeden Vorschlag ab, ob er Aussicht habe, durchzugehen; und die Vorgänge bei der Wahl selbst sind ja in ihrer ganzen Peinlichkeit zur Genüge bekannt.- Ein schwarzes Kapitel in der Entwicklung unserer Jugend in Deutschland, vielleicht das schwärzeste, wird dieser Delegiertentag sein. Das charakteristischste Moment aber war darin zu sehen, daß bei der einzigen prinzipiellen Aussprache am. Schluß des Delegiertentages sich die Jugend nicht nur nicht beteiligte (der einzige Redner, der den Standpunkt der Jugend auseinandersetzte, mußte in ihrem Auftrage erklären, daß er nicht in ihrem Namen spricht, sondern daß diese Jugend mit dem — noch nicht gesprochenen! — Schlußwort des Referenten einverstanden sei), sondern im Saale überhaupt nicht anwesend war. Sie war überhaupt nur zugegen, wo es sich um Wahlabstimmungen handelte; sonst waren ihre Sitze leer. Die Lehre, die wir daraus ziehen können, oder besser gesagt, die die Jugend daraus ziehen soll, hat schon Goldmann in dem oben angeführten Aufsatz formuliert. Wenn er damals vielleicht zu seiner Kritik nicht so berechtigt war, weil die Jugend sich auf dem Jugendtag in einer s s e n gewissen Defensivstellung befunden hat, — denn die Kritik auf dem Jugendtag war damals wirklich etwas lieblos — so ist diese Kritik heute um so berechtigter. Man kann der Jugend nur sagen: „Lernet warten!" insbesondere in politischen Dingen, wo Mehrheitsbeschlüsse an dem Geist nichts ändern können. Ihr müßt es am besten wissen, daß man Entscheidungen prinzipieller Art nicht durch Beschlüsse herbeiführt, sondern nur durch geistige Beeinflussung; nur so werden Menschen, wertvolle Menschen., in den Dienst der Sache gestellt. Mißbraucht eure Mehrheit nicht (wie solche Mehrheiten zustande kommen, darüber schweigen wir lieber). Ihr seid gerade als Mehrheit verpflichtet, auf den geistigen Kampf nicht zu verzichten, sondern ihn erst recht in den Vordergrund zu stellen. Als einer, der nun jahrelang an sämtlichen Kämpfen der Jugend in Deutschland teilgenommen hat, habe ich mit Trauer konstatieren müssen, daß die Jugendbewegung auf Abwege geraten ist und verbürgerlicht zu werden droht. Ich kenne die inneren Kräfte der zionistischen Jugend in Deutschland und weiß, daß sie Großes leisten könnte; und weil ich das weiß, rufe ich ihr zu: Lernet 91