Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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G 1 o die innere Leere, die den Zionismus zu ergreifen droht, auch innerhalb der Jugend, auf die wir unsere größten Hoffnungen gesetzt haben, sich bemerkbar zu machen beginnt. Gerade dieses, daß. die Jugend an diesem Delegiertentag teilgenommen hat, ohne innerlich bereits geklärt zu sein, ohne auf die Fragen der zionistischen Idee eine klare unzweideutige Antwort, ohne eine revolutionäre Stellungnahme zu allen Fragen des Judentums zu haben, hat dem Zionismus in Deutschland innerlich sehr stark geschadet. Daß diese Entwicklung ohne Einwirkung auf die äußere Stellung des Zionismus bleiben wird, können nur Narren behaupten. Sehen wir uns die einzelnen Taten dieses „Kampfes" etwas näher an. Der erste Kampf entstand bei der Wahl unserer Delegierten nach London. Und schon da zeigte sich im Permanenz-Ausschuß, daß man nur kleinliche, persönliche Momente ins Gewicht warf, ohne sich darüber klar zu sein, daß auf der Jahreskonferenz in London ein Gegengewicht geschaffen werden mußte gegen diesen verbürgerlichten Zionismus, der aus dem Westen, insbesondere aus Amerika, hereinzubrechen drohte. Niemand war dazu so s s e n berufen, wie die zionistische Organisation in Deutschland. Denn die noch schlummernden revolutionären Kräfte in den jüdischen Massen des Ostens sind, weil der Zionismus es dort bis jetzt noch nicht verstanden hat, diese Kräfte für sich zu verwerten, zum großen Teil bolschewisiert. Die einzige große Gruppe wahrhaft zionistischer Energie, die einen einigermaßen klaren Blick sich bewahrt und ihren Erneuerungsgedanken in den Rahmen und den Dienst des Zionismus gestellt hat, ist nur in Deutschland vorhanden. Einzig und allein auf den deutschen Zionismus waren die Hoffnungen in dieser Richtung gerichtet. Aber auch hier hat der deutsche Delegiertentag versagt. Die Führer der Jugend hielten es für viel wichtiger, selbst Mandate zu erjagen, ohne darauf zu bestehen, daß mit ihr Menschen gleicher Richtung und gleichen Wollens diesen Kampf führen. Man hatte so den Eindruck, als ob diesen Führern nicht der Sieg der Idee das Wichtigste war, sondern der Sieg einer Person. Das Gleiche zeigte sich bei dem Kampf um den Vorsitz der Z. V. f. D. Die Einzelheiten dieses Kampfes sind so häßlich, daß man sich ihrer nicht gerne wieder erinnert. Kompromiß folgte auf 90