Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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H ans K o h n iiiimtiiininriniitiiii8tiiii*iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiii]iiiiiiiiiiitiiiinii<i«fi«i«f«< Jischub anbrechen sollte, allen schon sich entwickelnden Keimen mit dem Tode gedroht. Kein neuer Einwanderer kam ins Land. Die, die schon da sind, finden keine Arbeit. Sie wandern aus. Das Unterrichtswesen stockt: für die kleinen Kinder können keine Anfängerklassen errichtet werden. Die jüdischen Arbeitergruppen, die in schwerer Arbeit den Boden urbar gemacht haben, werden von Kapitalistengruppen verdrängt, die arabische Arbeiter dingen. Hier wäre es Pflicht der Leitung, offen die Wahrheit zu sagen. Darin läge auch Größe, Vertrauen zu dem Volke, das seinerseits mit Vertrauen antworten würde. Dadurch gestützt, könnte die Leitung vorwärts schreiten. Es muß gesagt werden, daß heute gegenüber der Leitung überall Mißtrauen herrscht. Die Leitung hat jahrelange Fehler gutzumachen, ihr ganzes Staatsgespiele. Es wirkt lächerlich, wenn in diesem Augenblicke Nordau im „Peuple juif" in seiner bekannten Art Achad Haam und seine Lehre angreift. Ich bin nicht Achad Haamist, ich halte seine geistige Einstellung für falsch, aber gerade heute ist es nötig, an seine Grundwahrheiten zu erinnern: daß der Zionismus eine national-moralische Bewegung ist, daß in jeder solchen jede auf Unwahrheit gebaute Arbeit ein Verderben ist und daß es gilt, stille, langsame, aufbauende Arbeit im Volke zu tun. Ihm die ganze Wahrheit zu sagen und jede Reklame zu vermeiden. Es gilt Klarheit und besonnene bescheidene Arbeit statt des Prunkens mit diplomatischen Besuchen und des Versetzens in Rauschzustände. Hätten wir dem Volke statt genäschiges Zuckerwerk Brot gegeben, dann wären wir heute stark, statt an verdorbenem Magen zu leiden. 52