Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachum Gold mann swiMMiiimiiiiiiiiHiuiimuiiiiiiiiuuBiiiiimiiiiiiiiiu Recht unbedingter, eindeutiger Richtungsbestimmung für seine Gegenwart hat. Ein Volk ist jederzeit frei in seinem Tun. Immerhin legen Vergangenheit und Tradition Verpflichtungen auf, die wohl verletzt werden dürfen, aber nur um höherer Pflichten willen. Hier aber werden um momentane Erfolge Gebote und Hinweise einer tausendjährigen Historie außer acht gelassen. Hier wird das jüdische Volk in eine Haltung hineingetrieben, die es in Widerspruch mit seiner ganzen Geschichte setzt. Merkt denn niemand mehr diesen unerträglichen Widerspruch, der hier klafft; die Unwahrheit, die Dissonanz, die Geschmacklosigkeit? Daß all dies kein aus den Tiefen der Volksseelen, aus seiner Entwicklung organisch herausgewachsener innerer Zustand ist, sondern etwas irgendwie Unnatürliches, künstlich Erzeugtes, ein Rausch, eine Trunkenheit, aus der das Erwachen sehr traurig und bitter sein muß und aus der das Volk herauszureißen, wichtigste Aufgabe des Augenblicks ist. Dies ist das Bild unserer gegenwärtigen Situation, hinsichtlich der Rückwirkung der zionistischen Politik auf das jüdische Volk und auf seine innere Politisierung. Für nicht minder folgenschwer erachte ich auch die andere Rückwirkung unserer Politik, diejenige, die das zweite Grundelement des Zionismus betrifft: Palästina. Palästina ist das Ziel aller zionistischen Politik, aus dem sie ihre Kraft und Legitimität nimmt. Palästina bildet so das vornehmste Kritorium für die Beurteilung und Bewertung unserer Politik, in ihrer Gesamtheit wie in jedem ihrer einzelnen Akte. Nur muß man sich darüber klar sein, was uns Palästina bedeutet. Vor allem und in erster Reihe natürlich das Territorium, das Land, das Vaterland. Aber ist sich nicht der gesamte Zionismus 40