Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bilanz der zionistischen Politik £llllllllll«llflltlffIllltdllfII(IIIIiItIIIIlllllllllllIIIIIIIlllIIII11illlllIIIllIIlllllIltltllIlllIltlII1lllllllIllllIlIIIIIIIIIIIIIIII>II<>l*lll*l>l>l"l*>U>"l*4*« wir mit dem heutigen, noch heutigen europäischen politischen System rechnen, mit ihm Politik machen, ihm unsere Forderungen stellen, mit ihm verhandeln, ja ihm Konzessionen zugestehen, wo sie rein politischer, äußerer Natur sind. Die Erfüllung legitimer Forderungen darf man auch von Vertretern einer reinen Machtpolitik verlangen. Das Gute darf auch das Böse zu seiner Verwirklichung benutzen, solange es nur sicher ist, es zu benutzen, und nicht von ihm benutzt zu werden. Wir aber haben innerlich ja gesagt zum politischen System Europas. Wir haben uns ihm innerlich eingefügt. Wir haben gejubelt und Schehechejanu gebetet; wir sprechen von Geulah und den Zeiten des Messias. Hier liegt die ungeheure Gefahr. Man hat in einer Polemik gegen den hier dargelegten Standpunkt gesagt, wir hätten mit England ein Geschäft geschlossen und müßten Konzessionen machen; jedes Geschäft beruhe auf gegenseitigem Vorteil. Ganz recht. Geschäfte darf man schließen; Geschäfte beruhen auf gegenseitigem Vorteil. Alles richtig. Nur: ein Geschäft nennt man nicht Geulah; bei einem guten Geschäftsabschluß sagt man nicht Schehechejanu, und einen Geschäftspartner, auch wenn man viel an ihm verdient, nennt man nicht den Messias. Hier liegt, es sei wiederholt, die ungeheure Gefahr; hier wird das Volk innerlich festgelegt, und es läßt sich ja, ach! in politischen Dingen, in denen es so unreif, so instinktlos, so unsicher ist, so leicht festlegen. Hier wird es dazu geführt, verführt, in dem Entscheidungskampf dieser Stunde menschheitlicher Geschichte eine Stellung einzunehmen, die seiner Vergangenheit, seinen besten Traditionen, seinen höchsten Verpflichtungen ins Gesicht schlägt. Ich glaube zwar nicht, daß die Vergangenheit eines Volkes die Kraft und das 39