Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2583479-2583480-2583481--042-2583535- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nach u m G o 1 d m a n n ■■•Hiiiiiiittiiiitiiiiiiiiiiiiitiiiiiiftiiiiiiitiiifsifiiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiifiiiiiiiiiiiii Farcen. Die Geschichte der Menschheit wird nicht durch diese Konferenzen bestimmt. In einem solchen Augenblick halten wir Einzug in die Politik. Wie groß wäre dieser Augenblick für eine jüdische Politik, die ihn zu verstehen wüßte. Hier liegt in der Tat ein weltgeschichtliches Zusammentreffen vor; hier in der Tat für den, der aus der Geschichte lernen will, ein großer Wink, ein bedeutungsvoller Hinweis. Ein jüdisches Volk, das in diesem Augenblick revolutionärer Entscheidung und einer ungeheuren Krisis des europäischen politischen Systems in die Politik eintritt, wo anders dürfte sein Ort sein als auf der Seite der Vertreter der neuen Ordnung, der Künder des Morgen, der Wortführer des neuen Europa? Revolutionäre der Geschichte, solange wir in der Opposition waren, die Ausgestoßenen, Zurückgesetzten, Verfolgten, sollten wir etwa die Jämmerlichkeit begehen, uns im Augenblick, da man uns Zutritt gibt, sofort den Besitzenden, das Alte Verteidigenden, uns der Reaktion anzuschließen? Wäre wirklich unsere revolutionäre Haltung nur Ressentiment, nur Folge unseres Beiseitestehenmüssens gewesen? Waren wir Lobpreiser des Geistes nur, weil wir an Brot Hunger litten? Waren wirklich all unsere Tugenden nur Nöte? Fast könnte ein Uebelwollender so denken, überschaut er unsere heutige nationale Politik; die Art und Weise, wie wir uns ohne Zögern in das System der heutigen Politik eingestellt haben; mit der Gebärde der Selbstverständlichkeit, bar aller Bedenken, ohne Vorbehalt und Reserve, jubelnd und jauchzend, daß man uns aufgenommen hat. Hier, in dieser inneren Selbstverständlichkeit und Vorbehaltlosigkeit, in der i n n e r e n Bejahung und Bejubelung liegt das Entscheidende. Wäre etwas dagegen zu sagen, daß 38