Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Bilanz der zionistischen Politik iiiiMiniiiiiiiiimiiniiiiiiiiiiimiiiiniiiiiiiiiiiiiiiu det unser Volk nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Wie unsagbar bedeutungsvoll und entscheidungsschwer wird die Festlegung unserer Politik auf die europäische Form, wenn man sie unter dem Gesichtspunkt solcher Rückwirkung betrachtet. Doppelt bedeutsam wird sie, wenn man nun noch hinzunimmt, in welchem Augenblick der europäischen Geschichte solches geschieht. Es ist die Stunde einer ungeheuren Krisis der europäischen Welt, die noch vor ihrem Höhepunkt, geschweige denn vor ihrem Abschluß steht. Diese Krisis zieht alle traditionellen Werte der heutigen Kultur in ihren Bereich. Sie tut es in erster Reihe mit den Werten und Formen der heutigen Politik. Ja hier, gerade hier ist die Krisis fortgeschrittener als irgendwo; hier ist sie fast schon entschieden. Für die Besten des heutigen Europa ist es klar, daß die bisherige Politik Bankrott erlitten, daß der Krieg diesen Bankrott entschieden hat. Daß nach den bisherigen Methoden und Formen der europäischen Politik das Leben der Völker nicht mehr geregelt werden darf, ist den besten Geistern aller Völker unbezweifelte Ueberzeugung; ist auch den breiten Massen aller Länder unverrückbarer Wille. Das politische System Europas ist tot, ist überwunden; daß die Politik der Regierungen dieser Entscheidung noch nicht Rechnung trägt und in den alten Geleisen forthumpelt, ist ein Beweis mehr für die völlige Geistlosigkeit der Regierungen, kein Argument jedoch gegen die Unzweideutigkeit der gefällten Entscheidung. Versailles, St. Germain, Boulogne, Brüssel, Spaa, San Remo, — ja auch San Remo — für alle etwas über den Tag hinaus Schauenden, für alle frei Blickenden, kühn Denkenden, bedeuten diese Namen keine weltgeschichtlichen Akte, sondern großtuerische 37