Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Bilanz der zionistischen Politik iiiinimiiiiHnimiiiiimimtiiiiiiiiiimiiiiiiimiim ropäischen Völker. Sie reiht sich in ihren Formen und Methoden durchaus in das System der europäischen Politik ein. Sie ist rein diplomatische Politik. Man darf berechtigten Zweifel hegen, ob das zu bejahen, ob das zu bejubeln sei. Wir Juden haben als Volk seit zweitausend Jahren keine nationale Politik gekannt. Uns fehlte die Möglichkeit, uns durch dieses Medium zu äußern, Stellung zu den Dingen und Ereignissen des Tages und der Geschichte zu nehmen. Der Zionismus hat als stärkste seiner unmittelbaren Forderungen den Anspruch auf eine nationale Politik erhoben. Die letzten Jahre haben uns zum ersten Male die Möglichkeit geboten, diesen Anspruch zur Erfüllung zu bringen. Zum ersten Male war es uns gegeben, Politik im Namen des Volkes, nationale Politik zu führen; zu sprechen und gehört zu werden; Forderungen zu erheben und berücksichtigt zu werden. Es ist kein Ruhmestitel für uns, daß wir uns dieser Möglichkeit nur dazu bedient haben, die alten traditionalen Formen der europäischen Diplomatie zu übernehmen. Zweitausend Jahre saßen wir im Schmollwinkel der Geschichte, waren wir in der Lage des Abseitigen, Ausgeschlossenen, der das unbegrenzte Recht und die unbegrenzte Möglichkeit zur Kritik hat. Wir haben von diesem Recht ausgiebigsten Gebrauch gemacht. Wie haßten wir die brutale Politik der europäischen Völker, wie fluchten wir dem europäischen Imperialismus und seiner schrankenlosen Machtanbetung. Unser Einzug in die politische Arena war die erste Probe aufs Exempel, die wir zu bestehen hatten; aufs Exempel, ob wir es anders machen würden; wie weit es uns mit unserer Kritik, mit unserer Forderung nach der Vorherrschaft des Geistes vor der Macht, der Idee vor der reinen 3* 35