Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Politik «•miiiiiiiitiuiiiiiiimniiiiiiiuiHiimiiiiiiiniiniiiiiMn tannia, der Schechejanu-Segen wurde über sie gesprochen, und unsere Führer predigten von „einer Paarung, die im Himmel geschlossen wurde". Man verkündete die Erlösung, England wurde als Messias gepriesen und das jüdische Volk mit der Aufgabe des Wächters am Suezkanal betraut. Und da die Messiaskrone vergeben war, blieb für unsere politischen Führer nur der bescheidene Vergleich mit Esra und Nehemia übrig. Ein bescheidener Vergleich: Esra und Nehemia wären an diplomatischer Geschicklichkeit unseren Diplomaten von heute wohl kaum gewachsen. Sie waren eben Prophetennaturen. Diplomaten und Propheten, es ist zum mindesten ein hinkender Vergleich. Empfindet man gar nicht die Unwahrhaftigkeit solcher Politik, die jegliches Gefühl für historische Distanz verloren hat und mit den heiligsten Symbolen der Volksseele Diplomatie treibt? Wo ist das Schamgefühl, wo das nationale Taktgefühl, das uns solche Entwürdigung verbieten müßte? Aber es handelt sich wahrlich um mehr, als um verletztes Scham- und Taktgefühl. Es handelt sich um die Demoralisierung der Volksmasse und vornehmlich der Jugend. Man erzieht nicht eine Jugend für eine neue nationale Zukunft, indem man sie lehrt, mitihrennationalenSymbolen, mit ihrer Seele, mit ihren Idealen, wie mit einem Bettelpfennig umzugehen. Oder hat man im Rausch der diplomatischen Siege vergessen, daß unsere Jugend das Bollwerk des Zionismus sein müßte? Nur sie kann die Solidität auch eines politischen Kraftfaktors erlangen, der die Verwirklichung unserer Sehnsucht gewährleistet. 21