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Freie zionistische Blätter · 1921-01-01 · 1 (1.1921) · p. Seite 20

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Journal
Freie zionistische Blätter
Volume
1 (1921)
Issue
1 (1.1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 20 (sequence 22)
Language
German
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Ja ko b Klatzk i n Einstellung auf den Augenblick, in ihrer trunkenen Vertrauensseligkeit und nüchternen Ideallosigkeit, in der moralischen Struktur ihres Glaubens und in der moralischen Tragweite ihrer Rückwirkung — Fortsetzung und Fortführung der gekennzeichneten Realpolitik, die, weil sie über keine realpolitischen Aequivalente verfügt, Volksseele und Volksmoral in das diplomatische Spiel einsetzen mußte. Von Anfang an war sie auf eine innere Festlegung, auf eine seelische Bindung des jüdischen Volkes an eine bestimmte Kriegsideologie bedacht. Man denke an die wiederholten Ansprachen zionistischer Führer, die im Namen des jüdischen Volkes — also auch namens der Juden der Zentralmächte: eine an und für sich tapfere nationale Politik über alle Scheidung der Landesgrenzen hinaus — „den Sieg über die Barbaren" herbeiwünschten; Ansprachen, die ganz und gar von der Phraseologie der Kriegspropaganda durchwirkt waren. Ein diplomatischer Fetzen Papier genügte, um unsere politischen Führer in eine Ekstase zu versetzen, die ihnen jeden Sinn für die politische Weltlage genommen hat. Sie peitschen das Volk in einen Jubel hinein, dem — wie nicht anders zu erwarten war — bald bittere Enttäuschungen folgten. Im Osten ist eine Katastrophe über das Judentum hereingebrochen, wie sie in dieser Fruchtbarkeit und in diesem Ausmaß kaum ihresgleichen in unserer Leidensgeschichte hat. In solcher Zeit — und auch angesichts des Pogroms in Jerusalem — wurde dem jüdischen Volke Jubel anbefohlen, Jubel über unseren diplomatischen Sieg. Es fiel nicht leicht, die telegraphisch verlangte Freude aufzubringen, aber wir haben auch diesen Seelentribut gezahlt. Man feierte die Hochzeit Israels mit Bri- 20

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