Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1915-1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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bestenfalls abgearbeitet, müde und verdrossen in wenigen wöchentlichen Stunden sich dem Religionsunterrichte zuwenden, der ihnen obendrein als etwas lieber flüssiges, dem übrigen Unterrichte an Bedeutung und Wichtigkeit weit Nachstehendes erscheinen mag. An unserer Schule dagegen nimmt der Unterricht im Hebräischen die ihm gebührende Vorzugsslelle ein und erscheint im Stundenplan oft an erster Stelle. Freilich vernachlässigen wir dabei in keiner Weise die Kenntnisse der übrigen Wissenszweige, die der bürgerliche Beruf einstens von Euch fordert. Und gerade der Anhänger des gesetzestreuen Judentums darf hinter der allgemeinen zeitgenössischen Bildung in keiner Beziehung zurückbleiben, damit er einerseits imstande ist, im Kreise seiner Mitmenschen das heilige jahrtausendealte Erbe seiner Väter Achtung heischend zu vertreten, andrerseits aber auch die geistigen, sittlichen und sozialen Erscheinungen der Zeit in ihrem wahren Werte weder übernoch unterschätze, sie vielmehr vom Standpunkte des echten Judentums aus auf ihren berechtigten Kern zurückzuführen vermag und durch Kenntnis vor Vorurteilen und Verirrung geschützt bleibt. „Soll unser Jugendunterricht"., so äußert sich der geniale Schöpfer unserer Schule an einer Stelle seiner. geistvollen Schriften über jüdisches Schulwesen, ,,soll unser Jugendunterricht beiden Bildungszweigen unverkürzt Rechnung tragen, so kann dies weder durch Privatunterricht, noch durch Religionsschulen neben den allgemeinen Lehranstalten, sondern nur durch Schulen erreicht werden, die, erbaut auf das einheitliche Doppelprinzip,' beide Bildungselemente, mit gleichem Ernst und gleicher Sorgfalt pflegen. Nur in ihnen ist für beides Zeit und Kraft vorhanden, und nur in ihnen kann es gelingen, unsere Jugend für das Leben, das ihrer harret, mit allen seinen Prüfungen und Anforderungen genügend zu rüsten." Eine solche Pflanzstätte für die Gcsamtbiidung künftiger Juden, auf der die religiösen Bildungsmomente nicht weniger sorgfältige Pflege erfahren wie die bürgerlichen, wo jüdischer Geist und jüdisches Leben der .ganzen Erziehungsarbeit den Stempel aufdrücken, haben Eure Eltern Euch sichern wollen und haben darum Euch hierher geschickt. Sie haben damit sich und Euch eingereiht in den gottlob fortgesetzt sich erweiternden Kreis der für. das alte unverfälschte Judentum begeisterten Anhänger, die vor keinen Hemmnissen und Schwierigkeiten zurückschrecken, wenn es gilt, die Erhaltung der npy nbnp nuniö, das unveräußerliche Erbe der Jakobsgemeinschaft in voller Unversehrtheit sicher zu stellen. Groß sind.die Opfer an Zeit und Seelenkraft, die der ungestörte Betrieb eines so weit ausgebauten Schutorganismus von den Mitgliedern des Verwaltungskörpers, und ganz besonders von den verehrungswürdigen Herren im Schulrate fordert. Nicht minder beträchtlich sind die Kosten, die jedes Jahr außer dem Schulgeld noch aufzubringen sind, um den gewaltigen Anforderungen einer Doppelanstalt wie der unsrigen zu genügen. Aber die tief wurzelnde Begeisterung für die hohen Ideale, deren Verwirklichung unsere Schule zustrebt, befähigt diese wackeren Männer an der Spitze der Verwaltung unserer Anstalt zu Leistungen, die mit Recht allerorten hohe Anerkennung finden, insbesondere auch bei den staatlichen Behörden. Auch Ihr, liebe Schüler und Schülerinnen, werdet dieser ruiö«3 tos *nxa cpoiy, dieser Vorsteher unserer Gemeinde, die in treuer Selbstlosigkeit und-hingebungsvoller Aufopferung die Belange der Allgemeinheit mit allen Kräften besorgen, stets in Hochachtung und Liebe gedenken. Ebenso werdet Ihr aber auch Euren Lehrern-und Lehrerinnen, die mit dem Aufwand der edelsten Gaben des Geistes und des Gemüts an Eurer Entwicklung so emsig mitgearbeitet haben, daß in Euch Keime alles Guten und Schönen vielfach zu glückverheißenden Knospen und Blüten sich haben entfalten können, diesen geistig so hochstehenden Mitgliedern unserer Lehrerschaft werdet Ihr unauslöschliche Liebe und heißen