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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1926-01-01 · 1915-1926 · page 24

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1915-1926
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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IRI
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REDE gehalten bei der Schlußfeier am 10. April 1924 von Studiendirektor Dr. FINK. Hochverehrte Damen und Herren! Werte Kollegen und Kolleginnen! Liebe Schüler und Schülerinnen! Nachdem das Schuljahr mit einem langen, rauhen Winter zu Ende gegangen ist, haben wir jetzt unsere Arbeit zu beschließen, indem wir diejenigen unserer Zöglinge aus unserer -Mitte entlassen, die die vorgeschriebene Bahn bis zum Ziele durchlaufen haben. Daß esuns gelungen ist, in planmäßigem Lehrgange sie so weit zu fördern, daß sie sich nun nach freier Wahl auf einen bestimmten Beruf vorbereiten können, ist ihnen und uns ein Grund zu herzlicher Freude. Aber wie das nun einmal in der Natur aller menschlichen Dinge liegt, mischt sich in diese Empfindung unwillkürlich auch die entgegengesetzte; es ist zugleich auch schmerzlich, daß nun aufhören soll der enge Verkehr, der Lehrende und Lernende in gemeinsamem geistigen Streben einigte, JÜem es nicht gebrach an herzlich gemütlichen Beziehungen und en weihevoller Erhebung. Auch Euch, meine lieben - Schüler und Schülerinnen, die heute Abschied nehmen, wird neben dem frohen Bewußtsein, aus dem Kreise, der Euch bisher a:i bestimmte Ordnung und Beschäftigung band, nun in die Freiheit des Berufslebens überzugehen, in dieser Stunde die wehmütige Stimmung schwerlich ganz erspart bleiben, die uns Menschen überkommt, wenn uns ein Stück des Lebens für immer zur Vergangenheit wird. Aber eben weil sich uns bei solchem Anlaß die Empfindung aufdrängt, wie wenig es uns doch möglich war, unser Werk zu einer wirklichen Vollendung zu bringen, werden wir heute gerne unsern Blick auf Gedankenkreise lenken, von denen wir hoffen dürfen, daß i n ihnen und durch sie diesen jungen Menschen dauernde Güter gewonnen sind, daß mithin eine Erinnerung daran auch dieser Abschiedsstunde einen tieferen Gehalt verleihen und in ihrer Seele nachklingen wird. Anknüpfen will ich an eine Frage, die manchem von Euch wohl aufgestoßen sein mag, besonders denen, die so viele Jahre hindurch tagtäglich weite Wege durch die Stadt haben zurücklegen müssen, um zur Schule, um zu dieser Schule zu gelangen. An mancher anderen Unterrichtsanstalt haben ihre Eltern sie vorbeigehen lassen und unserer Schule den Vorzug eingeräumt, - obwohl es ihnen und ihren Kindern in mehrfacher Hinsicht angenehmer und bequemer gewesen wäre, wenn sie die nächstgelegene Schule gewählt hätten. Was ist es also, das diese Schule vor ähnlichen Anstalten auszeichnet? Wohl wird jede Schule mit ruhigem Gewissen sich das Zeugnis ausstellen dürfen, daß sie mit Aufbietung aller Kraft die unter den augenblicklichen Verhältnissen mögliche vollkommene Erreichung des Zieles bei allen ihren Maßnahmen erstrebt hat. Aber nicht die Schule hat das Beste geleistet, die ihre Schüler mit dem Bewußtsein entläßt, daß sie fertige Menschen seien, sondern diejenige, die den großen heiligen Hunger nach vielseitiger Bildung in ihnen geweckt hat. Bei dieser Arbeit an de1- Geistesbildung der uns anvertrauten Jugend haben wir nicht wie andere 5chulen uns auf das wahrlich nicht eng umgrenzte Gebiet der

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