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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1926-01-01 · 1915-1926 · page 21

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1915-1926
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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IRI
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- 22 - weitergeben woilten den späteren GeschlechLern, auf daß ihnen im wogenden Kampfe einander widerstrebender Bildungsziele wie ein rocher de bronze das Papier der unverfälschten Gotteslehre überall zur Sammlung winke. Er hat an einer Stelle seiner Schriften über jüdisches Schulwesen das Ziel unserer Schulen kurz dahin zusammengefaßt, daß ihnen als Aufgabe zufällt die innige Vermählung des .religiösen Wissens und religiösen Lebens mit echter, wahrhaft sozialer Bildung, wie es von jeher Lehre und Erbgut unserer großen Altvordern gewesen ist. In der jüdischen höheren Schule soll mit gleichem Ernst und gleichem Eifer einheitlich gepflegt werden die biblische und rabbinische Wissenschaft wie alles Wahre, Gute und Edle der allgemeinen europäischen Bildung, wie insbesondere die unvergleichlichen Schätze, die aus dem Schöpfungsborn des deutschen Geistes uns entquülen. Die ganze Geistes- und Gemütsbildung der Knaben und Mädchen muß von vornherein so in einheitliche Richtung gelenkt werden, wie sie dereinst als wahrhaft gebildete Juden, als wahrhaft jüdisch gebildete Bürger unseres teuren Vaterlandes sich zu bewähren haben werden. Daß diese Anschauungen des ersten Direktors unserer Unterrichtsanstalten seinen nächsten Nachfolger, der zugleich sein Sohn war, erfüllten, erscheint wohl selbstverständlich. Aber auch der dritte Direktor unserer Schule, der teure Entschlafene, hat in voller Uebereinstimmung mit den dargelegten Grundgedanken des Meisters über das Wesen echter jüdischer Bildung es für seine besondere Aufgabe erachtet, sich auch der schulentlassenen Jugend zur Verfügung zu steilen, wo es galt, bswa mw pm& zu sein, d. h. zur Vertiefung und Verbreitung jüdischen Wissens unter Einsatz der besten Kräfte mitzuhelfen ganz besonders dort, wo ungeachtet der verhältnismäßig geringen Stundenzahl, die auf der Schule diesem Wissenszweige zu Gebote stehen, doch dtpoi CT? glückverheißende Knospen und prächtige Blüten des Geistes aufgegangen waren, die nur der fortgesetzten sorgfältigen Pflege des sachkundigen Gärtners harrten, um zu köstlichen Früchten auszureifen. So finden wir Direktor Lange als Lehrer in talmudicis nicht bloß in den Jünglingsvereinen der Sk"»^" im», sondern auch in kleinen von ihm aus ehemaligen Schülern oder Schülerinnen eigens gebildeten Gruppen, denen er aus der reichen Fülle seines rabbinischen und allgemein jüdischen Wissens uneigennützig spendete, um sie im Sinne des großen Meisters zu ihrem künftigen Berufe als gebildete Juden im Staate zu ertüchtigen. Und da gab es keine abgegrenzten Tagesstunden für den Unterricht, unermüdlich stand er im Dienste seiner heiligen Arbeit an der Jugend; und wenn die üblichen Unterrichtsstunden dem Lehren nicht zur Verfügung standen, dann opferte der Verblichene den erquickenden Morgenschlummer, um noch vor Tagesanbruch dem min nob, der Verbreitung von Thorawissen obzuliegen, vor allem unter den Schülern der obersten Klassen der höheren Schulen. Die immerhin mit einer solchen Verlegung des Unterrichtsin wenig geeignete Zeit verknüpften Nachteile ließen in den letzten Jahren in ihm den Gedanken entstehen, durch Ausbau unserer Schule zu einer Vollanstalt die äußerst erwünschte Eingliederung des jüdischen in den allgemein bildenden Lehrstoff zu vollziehen, um den Zusammenhang zwischen Lehrer und Schüler nicht eben dann abbrechen zu müssen, wenn er verheißungsvolle Auswirkung heischte, ihn vielmehr wenigstens bis zum Abgange zur Hochschule aufrecht zu halten, denn dann besitzt der Jüngling schon geistige Reife genug, um vollgefestigt in der jüdischen Lebens- und Weltanschauung zu jenem welthistorischen Gange durch allen Wechsel der Lehrmeinungen philosophischer Doktrinen gewappnet zu sein. Leider stellten die fortgesetzt sich verschlechternden wirtschaftlichen Verhältnisse derVer-

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