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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1926-01-01 · 1915-1926 · page 20

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1915-1926
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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IRI
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REDE gehalten auf der Gedächtnisfeier für Dir, Dr. Lange s. A. am 14. Oktober 1923 von Studienrat Dr. ELIAS FINK. " Hochverehrte Trauerversammlung! Liebe Schüler und SchülerinnenI Wenn wir erst heute dem nachhaltigen Wirken und Schaffen unseres leider schon so früh heimgegangenen Direktors eine Stunde wehmütigen Gedenkens widmen, so geschieht es nur deshalb, weil unser Religionsgesetz während des ganzen verflossenen Festmonats *wi jeden öffentlichen Ausdruck von Schmerz und Trauer untersagt. Aber auch ohnedies wären wir am Tage der Bestattung unter dem unmittelbaren Eindruck dieses niederschmetternden Todesfalls nicht genug im seelischen Gleichgewicht gewesen, um den großen Verdiensten eines Mannes gerecht zu werden, der wie Direktor Dr. Lange auf der Höhe seiner Kraftentfaltung so jäh von tückischer Krankheit überfallen und so schnell dahingerafft worden ist. Ohnmächtig zu helfen, hatten wir in den letzten Monaten mitansehen müssen, wie er gegen sein körperliches Leiden mutig ankämpfte, wie er fortgesetzt Anstrengungen machte, um die schwere Bürde seines verantwortungsvollen Amtes wieder auf sich zu nehmen. Aus diesem seinem zähen Hang zur Arbeit glaubte seine Familie, zu der im eigentlichen Sinne auch die Schule sich zählen durfte, immer wieder neue Hoffnungen schöpfen zu können, daß er in diesem harten Kampfe um seine Genesung wenigstens soweit Sieger bleiben werde, um den von ihm so sehnsüchtig begehrten Verkehr mit seinen über alles geliebten Schülern wieder aufnehmen zu können. Aber unser Hoffen hat sich als trügerisch erwiesen. Heute sind wir hier an der Stätte seiner langjährigen Wirksamkeit versammelt ohne ihn. Wenn je auf einen Schulmann, so darf auf den teuren Verblichenen angewandt werden das Wort, das ein Talmudlehrer an eine Stelle in Jesaja anknüpft: zpy vrw irxan Sn"hp\ moi Einst wird, so weissagt der Prophet, kommen der Tag, wo Wurzel fassen wird das schwächliche Jaakob, knospen und blühen wird das starke Israel *roSn iSh cidv "\ m?p minb dthdi o'a'x onwy» Saas» tfosn das deutet, so lehrte Rabbi Joseph, auf die Thoragelehrten in der Diaspora, die Knospen und Blüten bereiten der ,m In der Tat hat Direktor Lange bei der Uebernahme der Leitung unserer beiden Schulen sich zum Ziele gesteckt,- die ihm anvertraute Jugend ganz besonders zur Pflege des Thorastudiums anzueifern, wie es» der geniale Begründer und erste Direktor unserer Schule von vornherein ins Auge gefaßt hatte, als er vor nunmehr 70 Jahren diese Anstalten ins Leben rief mit dem Wahlspruch, der noch heute unsere Fahne zieret iri oy rron. Samson Raphael Hirsch durfte wie ein in heißem Gefechte stehender Stratege sich darauf beschränken, zunächst die Grundzüge festzulegen für den Kampf gegen das Ueberhandnehmen der zeitgenössischen Bestrebungen einer seichten, zum Abfall vom angestammten Väterglauben hinneigenden Lebensauffassung. In seinen erstaunlich vielseitigen und tiefgründigen Schriften und Reden hatte er seinen Nachfolgern deutlich genug den Weg vorgezeichnet, den sie beschreiten mußten, wenn sie das köstliche Gut von religiösen und sittlichen Idealen, das ihnen überkommen war, unversehrt erhalten und ungeschmälert

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