Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1915-1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2580773-2580866--2575-2583454- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 14 - Erinnerung gebracht waren. Im Sommer fing die Schularbeit morgens um 7.30 Uhr an, von Mitte November bis Mitte Februar um 8.30 Uhr, im übrigen um 8 Uhr. Während der Gesundheitszustand der Schüler und Schülerinnen im ganzen zufriedenstellend war, ließ er im Lehrerkollegium viel zu wünschen übrig. Am 22. November wurde Herr Studienrat Dr. Bondi von einem Unfall betroffen, dessen Folgen leider auch jetzt noch nicht vollständig beseitigt sind, so daß er den Unterricht bis zum Ende des Schuljahres hat aussetzen müssen. Er wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Seine Vertretung übernahm in wissenschaftlichen Fächern zunächst Herr Stud.-Ass. Völpel, und als dieser im Januar 1924 an die Alustcrschule überging, das Kollegium, während seine Religionsstunden durch I-L-rrn Dr. E. Posen, einen Lehrer der hiesigen Thora-Lehranstalt, erteilt wurden. Mit dem Ende des Sommersemesters schieden wegen Verheiratung Frl. Hilde Lange und Frl. Gertrud Sichel aus dem Schuldienst, am Ende des Schuljahres auch Frl. Elli Bock; zum Ersatz traten ein Frl. Minna Keilson, Frl. Erna Heinz für die Zeit bis zum Schlüsse des Schuljahres und Frl. Klara Schnitze. — Am 17. Mai 1923 fand während der sechsten Unterrichtsstunde anläßlich der 75 jährigen Wiederkehr der Eröffnung der Nationalversammlung von 1848 eine Gedenkfeier statt. Die Festrede hielt Herr Studienrat Dr. Weg er. An der Verfassungsfeier auf dem Opernplatz am 11. August beteiligten sich unsere Primaner unter Führung des Herrn Widmann. Bei der am darauffolgenden Tage abgehaltenen Schulfeier wurden mehrere Gedichte, die auf Rhein und Ruhr hinwiesen, von Schülern und Schülerinnen vorgetragen, und Herr Studienrat Dr. Lange wies in seiner Festrede mit vielem Nachdruck auf den heldenhaften Kampf hin, den unsere Volksgenossen dort führten. Auf einem Elternabend am 20. November behandelte Herr MittelschuUehrer Ochsenmann die Grundschule und verschiedene mit ihr zusammenhängende Schulfragen, während Herr Studienrat Kaufmann die Frage erörterte: „Englisch oder Französisch als erste Fremdsprache". Ein zweiter Elternabend am 11. Dezember befaßte sich mit der Einrichtung einer Frühstückspeisung für die vom Schularzte als unterernährt bezeichneten Kinder. Sie ist unter hervorragender Mitwirkung von Frau Clem Cramer mit dem Wiederbeginn des Unterrichts im Januar 1924 tatsächlich eingeführt worden. Die Damen des Elternbeirats, unterstützt von zahlreichen freiwilligen Helferinnen, beteiligen sich abwechselnd an der Darreichung des warmen Getränkes, das unter dauernder dankenswerter Mitwirkung von Frau Direktor Lange in vorzüglicher Beschaffenheit bereitet wird. Auf .einem ■ dritten Elternabend am 4. Februar 1924 wurde weitere Aufklärung über die Grundschule und die mit dem Schlüsse des Jahres eingehenden Klassen (3. Vorsch. und 10. Lyzeumski.) gegeben. Am 20. und 21. Dezember beehrte uns der Dezernent unserer Anstalt im Provinzialschulkollegium, Herr Geh. Regierungs- und Oberschulrat Dr. Gerstenberg, mit seinem Besuche und wohnte dem Unterrichte mehrerer Lehrer und Lehrerinnen bei. Zu ganz besonderem Danke ist die Anstalt dem Herrn Oberschulrat deshalb verpflichtet, weil er uns wertvolle Anregungen zur wesentlichen Vereinfachung der Abschlußprüfung unserer Primaner gegeben hat. Unter den 29 Schülern der Prima war nur einer, dem die Reife für Oll nicht hat zugesprochen werden können; er hat sie jedoch am Ende des Sommerhalbjahres 1924/25 erlangt.