Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1915-1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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— 12 — Religionsgesetze unverbrüchliche Treue bewahrt hat, wie sie in rastloser Arbeit maSn rroijf ruva war, „die Gänge ihres Hauses überwachte" und buchstäblich von ihr gesagt werden kann SsxnxSroSxj? or»S, wie sie „nimmer der Trägheit Brot genießen wollte", so wird die teure Verklärte für alle Zeiten unseren Mädchen als das Ideal einer echten otpn n«v nsr« „eines wahrhaft gottesfürchtigen Weibes" vorschweben. Auch einige Todesfälle ehemaliger Lehrer unserer Schulen müssen wir hier anschließen: Im Winter 1921 verschied der Rektor des Rabbinerseminars in Berlin, Herr Dr. David Hoff mann S*r. Dieser allgemein anerkannte, hervorragende Gelehrte und erfolgreiche Schriftsteller auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaften hat in den Jahren 1870—73 unserer Realschule als Religionslebrer angehört, und wir sind stolz darauf, ihn im engeren Sinne als einen der Unsrigen nennen zu dürfen. Ebenso aufrichtig beklagen wir den frühzeitigen ^Heimgang (Sommer 1922) des Direktors der jüdischen Realschule in Fürth (Bayern), Herrn Prof. Dr. Alfred Feilchenfeld S*r. Er unterrichtete an unserem Lyzeum von Ostern 1885—89 in Hebräisch, Deutsch, Geschichte, Erdkunde und war uns ein zuverlässiger und wissenschaftlich durchgebildeter treuer Mitarbeiter. Auch der Direktor des jüdischen Realgymnasiums i. E. zu Köln, der leider in der Vollkraft seiner Jahre (24. Januar 1922) Heimgegangene D r. M.Ca hn S'r, gehörte 1914/15 als Probekandidat unserer Schule an. Gleich tragisch empfanden wir (1919) das Hinscheiden des Stiftsrabbiners Dr. Lorsch S'r, der ebenfalls einige Zeit an unserer Schule hebräischen Unterricht erteilt hat. , Innerhalb des engeren Kreises unseres Lehrkörpers hat der Tod die empfindlichste Bresche gelegt mit dem Heimgang unseres Direktors, Dr. Gerson Lange S'r. Von einem unermüdlichen Schaffensdrange getrieben, hatte er seinen, ursprünglichen Beruf als Rabbiner aufgegeben und war nach dem Tode des zweiten Direktors unserer Schulen, Dr. Mendel Hirsch S'r, mit dem Beginne des Schul jahres 1901/2 an die Spitze der Schule in jugendlicher Frische voll Tatendrang getreten. So hat er in unstillbarem Eifer mit allen ihm zu Gebote stehenden Kräften an dem Wohle der Jugend gearbeitet und auch weit über die Schule hinaus seine vielseitigen Gaben jüdischen Bestrebungen nutzbar gemacht durch eine ausgedehnte Lehrtätigkeit in der Agudas Jisroel und emsige Mitarbeit in der Jüdischliterarischen Gesellschaft. Leider hat er das Maß seiner körperlichen Kräfte überschätzt und Arbeiten übernommen, die über sie hinausgingen. Schon im Winter 1919 zeigten sich die ersten Spuren einer Ueberanstrengung, die ihm einen längeren Urlaub aufnötigten; seine Vertretung übernahm Herr Prof. Wey 1. Er kehrte zwar scheinbar genesen in, sein Amt zurück, aber rastlos tätig, wie er nun einmal war, kannte er keine Schonung, und so überfiel ihn eine immer heftiger auftretende Arterienverkalkung, der er in seinem 55. Lebensjahre erlegen ist. Schon im Frühling 1923 mußte er zunächst bis zu den Sommerferien beurlaubt werden, und als auch diese Ausspannung nicht von dem erhofften Erfolge begleitet war, gewährte ihm die vorgesetzte Behörde Urlaub bis zum Ende des Kalenderjahres. Am 24. September, gerade am Vorabend des Laubhütten festes, ist er jedoch plötzlich verschieden. Das Leichenbegängnis, bei dem mit Rücksicht auf die Weihe des Festes von jeder Ansprache Abstand genommen werden mußte, zeigte durch die Teilnahme weiter Kreise, welcher hohen Wertschätzung der Verstorbene auch außerhalb der Schule und der Synagogengemeinde sich rühmen durfte. Diese Gefühle kamen auch weiterhin zu beredtem Ausdruck bei der für ihn am 14. Oktober in der Aula veranstalteten Gedächtnisfeier, zu der mit Rücksicht auf den beschränkten Raum außer den oberen Klassen