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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1926-01-01 · 1926 · page 27

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1926
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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IRI
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25 verbunden ist durch den Willen, Euch Wissen einzugeben, sondern in viel stärkerem Mass an Euch geknüpft ist durch [den Willen, in die Harmonie der Lebensanschauung, welche Lehrer-Kollegium und Gemeinde und Elternschaft verbindet, Euch als heilige Saat der Jugend aufzunehmen. Und wenn der Dank dem gesamten Lehrer-Kollegium gilt, so verneigen wir uns heute insbesondere vor dem ehrwürdigen Alier des Herrn Prof. Weyi, der, die Ovationen fliehend, die 70. Wiedel kehr seines Geburtstages vor einigen Tagen in der Ferne beging, und dem wir einen freudigen Lebensabend wünschen. Wir danken auch aus tiefstem Herzen Herrn Prof. Bondi, dem vorbildlichen Erzieher, der leider infolge seiner Erkrankung zu früh die aktive Tätigkeit an der Schule hat einstellen müssen aber dennoch, wofür wir ihm besonders verpflichtet sind, jede gesunde Stunde innerhalb seiner eigenen Räume verwendet, um die der Schule entwachsene Jugend in die tiefsten Gedankengänge seines Wissens und Empfindens einzuführen. Es ist unser sehnlichster Wunsch, daß die schulentlassene Jugend noch recht lange den Genuß habe, aus diesem reichen Born zu schlürfen. Eure Lehrer haben — um in den Worten jenes leider verstorbenen Führers zu bleiben — Euren Augen über den engen Grenzen der Heimat des Universums unendliche Räume erschlossen, sie haben von der Gegenwart winzigem Punkt die Zonen der Vergangenheit an Eurem Blick vorüberziehen lassen, sie haben die Geschichte der Nationen und ihrer Helden, sie haben die Kränze des Ruhms und auch die Tränen des Bluts, in denen sie erblüht, Euch schauen lassen, die Stätten der Pracht und die Ketten der Sklaven, sie haben die Harmonie des Weltalis Euch empfinden und das Walten Gottes in den Geschicken der Menschenkreise Euch ahnen lassen. Sie haben Euren Augen das Buch der Bücher geöffnet, aus der Tiefe ihrer Gesinnung haben s i e Euch das Flammengesetz des Sinai vernehmen lassen, die Accorde der Davidsharfe, die Feuerworte der Newiim und dadurch Euch empfinden lassen den Sinn Eurer Aufgabe, anzutreten das große Vermächtnis Eurer Väter, Eurer Mütter, es zu lernen, wofür sie starben, wofür sie lebten. Für diesen unabschätzbaren inneren Zuwachs, den Ihr Euren Lehrern verdanket, habt allerdings auch Ihr ihnen oft hohe Befriedigung gewährt. Denn jeder leuchtende Widerstrahl aus den Augen des Schülers in dem Augenblick, wo der ihm dargelegte Gedanke Eintritt in seinen Verstand und in sein Gefühl gewonnen hat, wo dieser leuchtende Widerstrahl des Auges dem Lehrer beweist, daß der geistige Zuwachs, das eine innere Freude, ein 7\DW, hervorruft, ist die höchste Genugtuung für den Menschenbildner infolge des Bewusstseins, daß jetzt der Keim zur Saat Wurzel gefaßt hat. Aber leider nur der Keim zur Saat. Denn es ist ein „Leider", daß Ihr schon jetzt, in diesem frühen Lebensalter, die Pforten dieser Stätten verlasset. Denn bis zu diesen Jahren, in denen Ihr heute steht, mußte die Schule sich darauf beschränken, Euch in die Vorhallen des Wissens einzuführen, das Fundament des Wissens zu legen und die Grundrichtung des Lebensweges Euch zu zeigen. Wenn in diesen Räumen als höchstes Ziel gilt die Erfüllung des 1D"n b"J ^:jlb "pin, so muß es angesichts des frühen Abschlusses leider bei dem by bleiben: nur die Oeffnung des Wegs, nicht den Weg selbst. Die Schule tat, was nur möglich war. Sie hat, um dieser bedauerlich frühen Entlassung einen Ersatz entgegenzustellen, für die Schülerinnen einen Fortbiidungsunterricht eingerichtet, für die Schüler, insbesondere insoweit sie in andere Schulen übertreten, einen auf 3 Jahre -berechneten wöchentlich achtstündigen Kursus. Ich kann nur aus der Ueberzeugung langjähriger Erfahrung Euch den dringenden Rat geben, von all diesen Möglichkeiten den weitesten Gebrauch zu machen. Denn gerade in den jetzt kommenden Jahren des beginnenden eigenen Denkens haben die Menschenblüten eine ganz andere geistige Aufnahmefähigkeit. Glaubet nie, daß Ihr keine Zeit habt: der tüchtige Mensch hat stets Zeit für dasjenige, wofür er Zeit haben will. Lernt

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