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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1926-01-01 · 1926 · page 26

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1926
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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IRI
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24 Ansprache an die abgehenden Schüler und Schülerinnen bei der Entlassungsfeier am Donnerstag, 2. April 1925, gehalten von Dr. N. F. Weil!, Mitglied des Schulrats. Hochgeehrter Herr Rabbiner, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schülerinnen und Schüler und — wenn die Worte meiner Anrede auch an die Gesamtheit der Anwesenden sich richten, so gilt ihr Inhalt doch in erster Reihe Euch, liebe Abiturientinnen und Abiturienten! Als vor einigen Jahren im Schulrat angeregt und beschlossen wurde, der jährlichen Schlußfeier wieder die frühere, weihevolle Form zu geben, so war hierfür entscheidend der Gesichtspunkt, daß die Entlassung junger Menschen aus der Schule eines der wichtigsten Erlebnisse in ihrem Werdegange bedeutet. Es war vorgesehen, daß in erster Reihe der Herr Rabbiner als der geistige Führer — leider verhindert ihn sein Gesundheitszustand an der Ausführung; aber um so mehr treuen wir uns, ihn heute wieder in unserer Mitte zu sehen —, alsdann der Direktor als Freund und Vorgesetzter während einer neunjährigen Periode zu Euch spreche und schließlich ein Mitglied des Schulrats, das mitten im Leben steht und Euch aus eigener Erfahrung einiges auf den Lebensweg mitgeben will. Wenn ich heute den ehrenvollen Auftrag habe, namens des Schulrats Abschiedsworte und Abschiedswünsche an Euch zu richten, so möchte ich mich ganz eng an die Gedanken dieses Programms halten, aber keineswegs Euch Moralpredigten für das Leben mitgeben, sondern Euch nur das sagen, was ich für meine eigenen Kinder in solchem Augenblicke empfinden würde. Ja, das Heraustreten aus den heiligen Hallen dieser Schule bedeutet für Euch eine der wichtigsten Cäsuren des Lebens. Seit Eure Eltern nach den ersten Kindesjahren Euch diesen Räumen anvertraut haben, war dieses Haus der Mittelpunkt Eures Lebens, Eures Strehens, Eures H o f f e n s, — an sich ein Schulgebäude wie alle anderen Schulgebäude, ein Klassenzimmer wie alle anderen Klassenzimmer — und doch lag eine ganz besondere Weihe darüber, wenn am Freitag Morgen der Titel der wöchentlichen Sidrah an der Tafel stand, wenn die Bedeutung jedes Freuden- und jedes Trauertages des jüdischen Lebens in Beziehung gebracht wurde zu der geistigen Nahrung, die Euch hier geboten wurde, — eine Weihe, die Ihr vielleicht in ihrer vollen Tiefe erst später empfinden werdet, wenn Ihr selbst vor der Aufgabe stehen werdet, die nächste Generation der Schule anzuvertrauen. Denn — um in den Worten des verstorbenen großen Führers dieser Schule b'1 zu sprechen, — ein Haus der Weihe ist dieses Haus, vielleicht noch heiliger als das Gotteshaus selbst, da es die heilige Saat der Zukunft in sich birgt. Mit wie berechtigtem Stolz auch die Verwaltung der Gemeinde auf ihre sämtlichen Institutionen blickt, so begehe ich doch keine Indiskretion, wenn ich euch sage, daß, wenn auch die schlimmen Jahre der jüngsten Vergangenheit und die ernste Periode der Gegenwart oft zu Einschränkungen jeder Art zwangen und zwingen, das Heiligtum der Schule stets einen ganz besonderen Rang einnahm; daß, wie der Vater den letzten Groschen für die Erziehung seiner Kinder gerne hingibt, so auch die Verwaltung der Gemeinde, sobald es sich um die ideellen und materiellen Interessen der Schule handelte, stets zuerst an die Jugend und erst dann an die materielle Frage dachte. An das Wohl der Jugend ließ sie nie rühren: %iP2221 ty-P St 1)nn hierzu sagen unseie Weisen: pl »TS blü mpttfl iH* Und wenn Ihr, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, heute in diesem Sinn ein Dankgefühl für die . V e r w a 11 u n g empfindet, so ist sicher noch viel stärker Euer Dankgefühl und das Dankgefühl der Verwaltung, welches ich hierdurch zum Ausdruck bringe, für das Lehrer-Kollegium, welches nicht nur stundenweise, wie es die Zugehörigkeit zu einer Verwaltung bedingt, sondern das ganze Leben hindurch ausschließlich Euren Interessen gelebt hat und lebt, welches Euch nicht nur

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