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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1926-01-01 · 1926 · page 23

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1926
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580852--2621-2583101
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21 der Senior unserer Lehrerschaft, Herr Prof. D r. A b r. S u 1 z b a ch, im 67. Jahre seines segensreichen Lebens. Ausgestattet mit reichem Wissen auf rein wissenschaftlichem wie auf jüdischreligiösem Gebiete, war er vielen Generationen von Schülern und Schülerinnen ein zuverlässiger Führer und geliebter Erzieher geworden, der ihre Seele für die hohen Ideale unserer Kulturgemeinschaft zu gewinnen wufite, weil er in tiefem Verständnis für ihr sonniges Gemüt mit väterlich freundlid^em Zureden sie für ernste Arbeit zu gewinnen vermochte. Uns, seinen Amtsgenossen, war er ein zuverlässiger, opferbereiter Mitarbeiter. Gerne hat er mit uns heitere und witzreiche Unterhaltung gepflogen, denn neben anstrengender Arbeit liebte er muntere Geselligkeit. Früh schon hatte er jene hohe Stufe der abgeklärien Ruhe einer in sich gefestigten harmonisch ausgeglichenen Lebensauffassung erstiegen, die nicht bloß seine Seelenstimmung heilsam beeinflußte, sondern auch seine Körperkräfte stählte, so daß er bis in die letzten Monate seines Lebens kaum jemals ernstlich krank war, obwohl er unablässig arbeitete. Denn neben seiner Schularbeit entfaltete er auch eine ausgedehnte literarische Tätigkeit. So bleibt er uns unvergessen als erfolgreicher, treu bewährter Lehrer und als weithin angesehener Gelehrter. — Noch mitten in der segensreichen Arbeit an unserem Lyzeum wurde die von ihren Schülerinnen wie eine treue Mutter geliebte Oberschullehrerin Fräulein Elise Stuhrmann von tückischer Krankheit befallen, der sie nach monatelangem, qualvollem Leiden am 2. Dezember erlegen ist. 25 Jahre lang hatte sie als siets hilfsbereite Genossin in der Erziehungsarbeit uns zur Seite gestanden und besonders mit ihrem ausgeprägten Schönheitssinn viel zum Gelingen unserer Schulfeiern beigetragen. Unvergessen bleibt uns auch das feine ethische Empfinden, mit dem sie, die fromme gläubige Katholikin, den religiösen Gedankengängen unserer Kinder begegnet ist. - Am 20. Februar starb an den Folgen einer Operation unsere ehemalige Lehrerin, Fräulein K a r o 1 i n e Diefenbronner, eine durch peinliche Gewissenhaftigkeit in ihrer Pflichterfüllung besonders ausgezeichnete Lehrerin. Ihr schwankender Gesundheitszustand harte sie schon vor mehreren Jahren zur Aufgabe des anstrengenden Berufs genötigt. - Schließlich gebietet tief empfundene Dankesschuld, des Heimganges eines Mannes zu gedenken, der als ein wahrer Mäzenas die Interessen unserer Schule gefördert hat. Am 29. Dezember verschied der Vorsitzende unseres Schulrates, Herr Ado 1 f Stern. Ein warmherziger Freund unserer Gemeinde und ganz besonders ihrer Jugend, hat er mit Herz und mit Hand an dem Gedeihen unserer Unterrichtsanstalten tätigen Anteil genommen. Zeuge dessen ist unter anderem eine zum ehrenden Andenken an seine Eltern auf ihren Namen begründete Bücherstiftung, die „Salomon und Sara Stern'sche Schüler-Bibliothek-Stiftung*, die den Zweck verfolgt, Bücher hebräisch-jüdischen Inhalts unter die Jugend, soweit sie unsere Schule mit dem Zeugnis der Reife verläßt, zu verteilen, solche Bücher auch zur Benutzung beim Unterricht für die Lehrer anzuschaffen und wertvolle Werke gleichen Inhalts der Lehrerbücherei einzuverleiben. Durch diese weitgehende Fürsorge um die Erziehung unserer Jugend zu wahrhaft jüdisch-gebildeten Männern und Frauen, durch seine von den höchsten Idealen getragene Hingebung an die Förderung alles Wahren, Schönen, das dem heranwachsenden Geschlechte zugute kommen soll, hat er sich in unseren Kreisen einen hochangesehenen Namen gesichert, der zur Nacheiferung für alle Zeiten mit goldenen Lettern in der Geschichte unserer Unterxichtsanstalten verzeichnet bleibt. .

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