Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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19 unsere Schülerbücherei handelt, bedarf es keiner weiteren Maßnahmen, da diese bereits auf ihre Eignung geprüft ist. Sonst aber muß verhütet werden, daß unsere Kinder wahllos jedes ihnen erreichbare Budi oder jede illustrierte Zeitschrift lesen, weil eine solche Lesewut einen unheilbaren Schaden stiften kann. Unsere Lehrerschaft ist gerne bereit, auch auf diesem Gebiete das Elternhaus zu beraten. Betragen. Endlich noch ein Wort über das Betragen unserer Schüler und Schülerinnen. Daß sie nicht blos in der Schule im Verkehr mit den Mitgliedern unserer Lehrerschaft ein bescheidenes, höfliches und zuvorkommendes Verhalten an den Tag legen müssen, sondern •auch mit ihren Mitschülern kameradschaftlich umgehen, sich vor jeder mutwilligen Beschädigung der Schulgegenstände hüten müssen, als Angehörige einer höheren jüdischen Schule noch ganz besonders auf taktvolles Benehmen gegen jedermann, sei es auf der Straße, in der Straßenbahn oder wo auch immer "bedacht sein sollen, das alles wird ihnen seitens der Schule oft genug eingeschärft; es muß jedoch seine Ergänzung und stets erneute Einschärfung auch zu Hause finden, wenn es zum ungeschmälerten Erfolge unserer Erziehungsmaßnahmen /führen soll. Wenn den Eltern von ihren Kindern etwaige Klagen über die Schule oder über einzelne Lehrer vorgebracht werden sollten, so müssen diese bei der häufig mangelhaften Zuverlässigkeit von Kinderaussagen nur mit größter Vorsicht aufgenommen und durch Rücksprache mit dem betreffenden Klassenleiter, nötigenfalls auch mit dem Direktor erst nachgeprüft werden. Schaden wird aus einem solchen Verfahren keinem der Beteiligten erwachsen, wohl aber wird eine für alle gedeihliche Aufklärung des Sachverhaltes Mißstimmungen verhüten. Geschichte der Jlnstalt. Dieses Schuljahr, das mit Montag, den 22. März 1926 endet, nahm seinen Anfang am Montag, den 20. Apiil 1925. Am gleichen Tage traten zwei junge technische Lehramtsbewerberinnen, Frl. Käthe Leopold aus Honnef und Frl. Käthe Wegener aus Werne in unsern Lehrkörper ein und teilten sich im Turn- und Nadelarbeitsunterricht des Lyzeums. Für den letzteren haben wir einen besonderen Raum gewonnen, dadurch daß nunmehr das gesamte erste Stockwerk des Gebäudes zu Schulzwecken in Anspruch genommen wird; der Nadelarbeitsunterricht wird jetzt in jeder Lyzeumsklasse in zwei räumlich getrennten Gruppen erteilt. — Eine hygienische Untersuchung, der unser Schulhaus am 29. April durch iden Kreisarzt, Herrn Dr. Ascher, unterworfen wurde, erwies es als den Anforderungen entsprechend bis auf einige durch die Kriegs- und Nachkriegszeit hervorgerufene Mängel ir. der Wandbekleidung einzelner Kiassenräume, die aber leicht zu beseitigen sind. — Zu unserem aufrichtigen Bedauern musste Herr A. Morgenroth aus Offenbach, der das Amt eines Schulsekretärs fast ein ganzes Jahr mit großem Verständnis und zuverlässiger Treue verwaltet hatte, aus Gesundheitsrücksichten im Mai von uns scheiden. Seitdem ist Frl. B.Grau unsere Sekretärin. - Bei der am 12. Mai zur Amtseinführung des jetzigen Reichspräsidenten von Hindenburg veranstalteten Schulfeier hielt Herr Studienrat M. Baerdie Festrede; ebenso Herr S t u d i e n r a t M. M u n k bei der 1000-Jahrfeier für das Rheinland am 19. Juni und Herr Oberschullehrer CarlOchsenmannbei der Verfassungsfeier am 11. August. — Während die