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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1904-01-01 · 1904 · page 11

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1904
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580834--1630-2582471
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— 12 — grösseren und innigeren gemacht haben. Worte des Dankes richte ich an alle die, welche uns ihre Segenswünsche zum Eintritt in das zweite halbe Jahrhundert der Tätigkeit unsrer Anstalt tiberbracht haben, an Sie, hochverehrter Herr Rabbiner, an die Vertreter der Stadtverwaltung, an das Kuratorium der höheren Lehranstalten, an die Kollegen, die hier erschienen sind, unsre Jubiläumsfeier zu verschönen. Jubiläumsfeier! Unwillkürlich wendet sich der Gedanke der Einrichtung zu, der dieser Name entnommen ist, der alttestamentarischen Jobelinstitution und ihrer Bedeutung, um dem Rückblick und Ausblick, zu dem ja jedes Fest am Abschluss einer Zeitperiode auffordert, Richtung und Weg vorzuschreiben. Die Jobelinstitution mit ihrer regenerierenden und restituierenden Wirkung auf sozialem Gebiet, soll eine stets wiederkehrende Neugeburt der Nation bedeuten, soll sie wieder hinstellen, wie sie am Tage ihrer Entstehung vor Gott gestanden, soll sie auf Grund ihrer ersten Bestimmung zu immer höherer Vollkommenheit fortschreiten lassen, wie der Versöhnungstag eines jeden Kalenderjahres die sittliche Wiedergeburt eines jeden Individiums und die Befähigung zu erneutem, weiteren Streben bedeutet. Wie wir also an diesem Tage, wenn wir seiner Wirkung teilhaftig werden wollen, den Blick rückwärts wenden müssen, so müssen wir auch heute, wenn wir unser Jubiläum im Sinne jener Jobelinstitution feiern wollen, auf die Zeit bis zur Gründung der Unterrichtsanstalten der Israelitischen Religionsgesellschaft zurückblicken und müssen es mit dem Bewusstsein tun, dass wir von Neuem die Weihe der Bestimmung empfangen wollen, die der Begründer der Schule ihr gegeben hat, mit dem Bewusstsein aber auch, dass diese Weihe das schon Erreichte höheren Zielen zureifen lassen soll. Welches Ziel schwebte Samson Raphael Hirsch vor, als er die U nterrichtsanstalten der IsraelitischenReligionsgesellschaft ins Leben rief? Hat die Schule bisher die Wege eingeschlagen, auf die sie von ihrem Begründer gewiesen war? Und wie können wir in Zukunft, mit grösserer Kraft ausgerüstet, dem höheren und doch ursprünglichen Ziel zustreben? Das sind die Fragen, die wir uns an diesem Tage vorzulegen haben. Einen pK "Tl DV mm, der jüdisch-religiösen und allgemein menschlichen Jugendbildung geweihten Ort nennt die Tafel im Erdgeschoss des Schulhauses die Stätte, an der Samson Raphael Hirschs Ideen ihre Verwirklichung finden sollen. Wie wenig brauchen diese Worte zu besagen und wieviel können sie bedeuten! Es ist eben nicht das Wort, sondern der rechte Sinn, der sich mit ihm verbindet, der die wahren Ziele der Schule zu erkennen gibt. Und den Sinn versteht nur recht, wer Samson Raphael Hirschs Persönlichkeit zu verstehen vermag. Ihm, dem Manne, dessen inneres und äusseres Leben von denkbar höchster Harmonie durchzogen war, dessen Konsequenz in Denken, Fühlen und Handeln die Bewunderung aller hervorrief, gab es keinen Ausspruch, der nicht unzweideutiges ernstes Handeln verlangte. Denken und Aussprechen, Aussprechen und zu unzweideutiger Tat schreiten, zur Tat schreiten und mit aller Kraft für die Verwirklichung des als richtig Erkannten eintreten, war ihm nur eines, daher kann der Ausspruch, yna -pi üV mm, den er zur Devise seiner Wirksamkeit in seiner Gemeinde und in seiner Schule gemacht, nicht zwei Ziele benennen, die neben einander stehen, die beide zu erreichen wünschenswert ist, ohne dass man gänzlich fehl gegangen wäre, wenn man nur zu dem einen oder andern gelangt, sondern es ist nur ein Ziel, das ihm vorschwebt, und nur auf einem Weg kann man es erreichen. Für ihn, den auf dem Boden der Tradition der Lehre seiner Väter Stehenden, kann jeder, der seinen durch Geburt und Lebensstellung gegebenen

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