Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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von deren lebendigem Interesse das Wohl und Wehe dieser Anstalt abhängt, darf auch uns den Blick für die Zukunft nicht trüben. Neue Aufgaben, neue Probleme treibt jeder Tag herauf, und es ist nicht der Geist eines matten Epigonentums, den wir mit hinausnehmen möchten aus den Tagen dieser Feier. Vielmehr „herrlich wie am ersten Tage* erstehe die Schule vor den Augen ihrer Freunde, als gelte es, ein grosses Werk erst aus dem Nichts zu schaffen, so mögen alle Kräfte sich regen, alles Einzelne und Kleinliche den Interessen des G-anzen sich unterordnen, und eine starke und fröhliche Schaffenslust erfülle die Herzen der Männer und Frauen, von deren treuer Pflichterfüllung das geistige Wachstum der Schule vor allem bedingt ist: der Lehrer und Lehrerinnen, Glücklich, wenn diese Jubiläumstage mit all der Teilnahme, die sie bringen, das Gefühl für den einzigartigen Wert des Werkes der Jugenderziehung in den G-emütern neu beleben, glücklich, wenn sie in all denen, die diese Schule als eine Pflanzstätte welterlösenden G-eistes kräftigen helfen, das beglückende Bewusstsein wecken, mit ihrem stillen Tun „Mitzuschaf f en am Webstuhl der Zeit Zu wirken der Gottheit lebendiges Kleid". II. Ansprache des Herrn Provinzialschulrat Dr. Kaiser. Greehrte Festesversammlung! Ich bin beauftragt, der Israelitischen Religionsgesellschaft zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens ihrer Anstalten die herzlichsten Glück wünsche namens des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums zu überbringen. Auch ich selbst nehme warmen Anteil an diesem festlichen Tage und blicke gern zurück auf die Entstehungsgeschichte eines Werkes, das, mit bescheidenen Anfängen begonnen, sich kräftig entwickelt und stets segensreich gewirkt hat. Eine besondere Genugtuung ist es mir, als dem Dezerenten in den Angelegenheiten der Anstalt, diese Glückwünsche zu übermitteln. Der Herr Oberpräsident lässt seinem tiefen Bedauern Ausdruck geben, dass er nicht persönlich hier weilen und an der Feier teilnehmen kann. Vorbereitungen zu wichtigen Verhandlungen, die morgen in Kassel beginnen sollen, hielten ihn zurück. Aus kleinen Anfängen ist die Anstalt hervorgegangen. Vor 50 Jahren, am ersten April 1853, mit 84 Schülern, 59 Knaben und 25 Mädchen, eröffnet, hat diese Schule sich in kurzer Zeit das Vertrauen der beteiligten Kreise zu gewinnen verstanden. Nach 4 Jahren sind es schon 200 Schüler. Die ursprünglichen Räume sind zu eng. 1864 wird ein neues Haus gebaut. Aber auch dieses konnte die wachsende Schülerzahl nicht auf die Dauer beherbergen. Dann wurde es durch eine hochherzige Schenkung und weitere willige