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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1903-01-01 · 1903 · page 212

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1903
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 212)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580832--1612-2582411
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22 ein Knabe sprechen kann, lehre ihn der Vater den Vers : „Höre Israel41), der Ewige, unser Gott, ist ein einig einziger Gott!" und den Vers : „Die Lehre, die uns Moses geboten, ist ein Vermächtnis der Gemeinde Jakobs 42)". Jener Vers „Höre Israel!" wird das Losungswort für das Kind und bleibt es für den Mann und die Frau durch die ganze Zeit ihres Lebens. Es ist dasselbe Wort, welches für den jüdischen Bekenner seit mehr als zweitausend Jahren die Quelle unsäglicher Bedrückungen und Martern geworden ist, welches ihm aber auch die sittliche Kraft verliehen hat, allen äusseren Anfechtungen zu trotzen und zu widerstehen, und alle seine Widersacher zu — überleben! Eine solche Losung kann freilich nicht früh genug dem Kinde eingeprägt werden, der Inhalt dieses Satzes muss mit dem ganzen schon früh sich regenden sittlichen Seelenleben sich verweben und durchdringen. Soll doch dieses Wort auch den Israeliten bis in seine Todesstunde hinein begleiten, soll er doch, wenn er bei wachem Bewusstsein stirbt, mit der Huldigung: „Höre Israel, der Ewige, unser Gott, ist ein einig einziger Gott!" auf den Lippen, aus dieser Welt des Scheins in die Welt des wahren Seins, in eine höhere Ordnung der Dinge hinübergehn. Schon früh aber soll die religiöse Belehrung Hand in Hand gehn mit geschichtlichen Anregungen. Die Beobachtung der religiösen Ceremonien giebt häufig Anlass, auf Gottes Walten in Natur und Geschichte hinzuweisen. Die Sabbatheiligung vermittelt dem Kinde schon früh den Gedanken an Gott als Schöpfer der Welt, das heisst als Gott in der Natur. Bei der Bereitung des Passahlammes und der Feier des Passahfestes wird die Schaulust der Kinder Nahrung erhalten, und ihre Fragelust durch geschichtliche Belehrungen befriedigt werden. Als der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten bevorstand, verkündete Moses das Gebot des Passahlammes für damals wie für die Zukunft mit den Worten43): „Und wenn ihr in das Land kommet, welches der Ewige euch geben wird, wie Er gesagt hat, so beobachtet diesen Opferdienst. Wenn dann eure Söhne zu euch sprechen werden: Was bedeutet euch dieser Opferdienst? so sollt ihr 41) Pentat. V-, Cap. 6, 4. 42) ib. Cap. 33, 4. 43) Pentat. II. Cap. 12, 24-27. VI

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