Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 186)
- Language
- German
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28 Er zielte auf die Entfernung Napoleons und vor allem auf ein einiges Deutschland hin und war bereit, diesem hohen Gesichtspunkte alle andern Rücksichten zu opfern; namentlich war es ihm durchaus zuwider, dass allen den kleinen Fürsten,75) die so lange von der ruhmreichen Sache der Verbündeten sich ferne gehalten, ihre volle Souveränität garantirt werden sollte. So war es denn wohl natürlich, dass Metternich den Einfluss dieses mächtigen Mannes, namentlich auf den ausschlaggebenden Kaiser Alexander, zu beseitigen suchte.76) Er siegte. Stein erhielt in der Leipziger Konvention vom 21. Oktober die Oberleitung des Verwaltungsrats über das „Gemeingut" der Verbündeten.77) „Es ist", so meint Pertz, 78) „also wohl keine leere Vermutung, wenn man auf politische Rücksichten die schlaffe und langsame Verfolgung des geschlagenen Feindes zurückführt, — dahin gehört wohl ferner der mehrtägige Aufenthalt der Monarchen in Weimar, endlich das einseitige Einleiten von Friedensunterhandlungen gegen den Sinn der Töplitzer Verträge",79) So unterhandelte man schon zu Weimar (26* Oktober) mit St« Aignan, dem gefangen genommenen französischen Geschäftsträger in Weimar, wie denn auch die durch Meerfeldt eingeleiteten ihn, dass Oesterreich einseitig mit Baiern unterhandelte. — Am 10. November kam er in Frankfurt an und fand hier alles mit Verhandlungen über die Auflösung des Rheinbundes und den Beitritt seiner Mitglieder zu dem Bunde gegen Frankreich beschäftigt. Aber die jetzt Beitretenden mussten vor allem ihre Einwilligung zu den notwendig werdenden Veränderungen geben. 75) Schon in Kaiisch hatte Alexander, ohne irgend ein Recht dazu zu haben und ohne Preussen nur zu fragen, Metternich aufgefordert, die Verträge mit den Rheinbundfürsten nach Gutdünken abzuschliessen. Er werde alles unterzeichnen. Oncken »Oesterreich und Preussen« I. S. 464. 76) Die tiefe Gegnerschaft Steins gegen Metternich zeigt sich bei dem leidenschaftlichen Stein auch in der höchst abfälligen Beurteilung seines Gegners. In dem Briefe Steins an Münster 17. Julius 1813 wird Metternich „flach, unmoralisch und doppelsinnig" genannt, entweder er ist ein Verräter, oder hat nicht die Kraft, seinen Kaiser zu beherrschen. Vgl. auch Stein an Gneisenau-Reichenbach, 19. Juli, wo ihm folgende Eigenschaften beigemessen werden: „Eitel, pfiffig, flach, leichtsinnig*, Stein an Münster, Prag 23. Aug. 1813; Stein an Gneisenau Prag 5. September. 77) Oncken: Aus den letzten Monaten des J. 1813. 78) Pertz „das Leben des Ministers Freiherrn von Stein". S. 462 ff. 79) Vgl. Schlosser XV. S. 528. Y