Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 184)
- Language
- German
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___26 furter Strasse, davon hatte man ja durch die es cotoyierenden Streifscharen wie z. B. Czernischeffs sichere Nachricht. Und waren die Gefahren eines rechts ausbiegenden Heeres nicht fast noch grösser, als der Rückzug auf der von Napoleon als Etappenstrasse eingerichteten? Es berührt wundersam, wenn nun ein Schreiben Schwarzenbergs an Wrede aus Dernbach yom 30. Oktober, das den Irrtum über die Rückzugslinie des Feindes hob, den schon Angegriffenen versichert, „dass er von der Armee des Generals (weshalb übrigens nicht „Feldmarschalls") Blücher und einer bedeutenden Avantgarde unter Feldmarschall-Lieutenant Bubna die kräftigste Unterstützung und Degagierung erwarten könne." Dieses Schreiben kam natürlich auch zu spät bei Wrede an, nämlich als er schon geschlagen war. An Blücher kam freilich diese Nachricht noch später, er wurde also weiter in der falschen Richtung belassen.68) Am 31. Oktober hatte Blücher den Marsch der Heeresabteilungen von Sacken und Langeron auf Giessen und Wetzlar befohlen, nur York sollte vorläufig dem Feinde auf der grossen Strasse nach Fulda folgen. Am 31. rückten die Kosaken noch in Steinau ein, wo kurz vorher die französische Arrieregai de abmarschiert war. Am 1. November wird denn aber auch York die Richtung auf Giessen angewiesen. Um nun aber die Kriegsführung nach der Schlacht bei Leipzig verstehen zu können, muss man die politische Lage ins Auge fassen. War es denn wirklich möglich, dass in dem „heiligen" Kriege solche scheinbar untergeordneten Dinge wie der erste Einzug in Frankfurt eine solche Rolle spielen konnten, dass darüber die militärischen Massnahmen an die zweite Stelle gerückt werden konnten? Freilich, Ostreich hatte ja nicht in der gleichen heiligen Begeisterung den Krieg unternommen; hier waren es kühle Er- 68) Kriegk „Die Wiederherstellung des Freistaates Frankfurt" Didaskalia 1866: Hier berichtet Wollzogen, der Begleiter Alexanders von Leipzig bis Frankfurt, dass in Neiningen Schwarzenberg den Kaiser Alexander bewogen habe, die verschiedenen Heeresabteilungen auf abweichenden Wegen nach Frankfurt zu dirigieren, einmal um die Verpflegung zu erleichtern, dann in der heimlichen Absicht, den Kaiser Franz als ersten seinen Einzug in Frankfurt halten zu lassen. So sei Napoleon entkommen, der sonst zwischen zwei Feuer geraten sei. V