Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 183)
- Language
- German
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25 dem überaus vorsichtigen Schwarzenberg zu gewagt erschien. Soll er doch gesagt haben, man dürfe einen fliehenden Feind nicht zur Verzweiflung bringen.67) Nehmen wir aber einmal den von Blücher als möglich gesetzten Fall für Wirklichkeit an: Der Kaiser gefangen, sein Heer vernichtet» Wem anders denn, als den beneideten und missgünstig angesehenen Preussen, deren Einfluss man doch nach getaner Arbeit niederhalten, nicht verstärken wollte, hätte der gewaltige Erfolg zufallen müssen. Wem hätte sich der in die Klemme geratene Napoleon denn ergeben sollen? Etwa seinem früheren Unterfeldherrn Wrede? Oder den abgefallenen Baiern? So hätten die Preussen, die ohnehin fast alle Siege in diesem Feldzuge erfochten, auch die letzte Entscheidung herbeigeführt, und der Schwiegersohn des Kaisers Franz befand sich samt dem Könige von Sachsen in der Gefangenschaft des Staates, dem man auch heute noch, wenn man gekonnt hätte, am liebsten die Rolle etwa des alten Kurfürtenturas Brandenburg zuerteilt hätte. War doch Ostreich nicht in diesen Krieg gezogen, um auch seinen Bundesgenossen etwas zukommen zu lassen; Napoleon hätte seine Hilfe haben können, auch wenn Preussen nur bis an die Elbe reichte. Aber was sollte Preussen nun nach der Unschädlichmachung Frankreichs hindern, Sachsen als Entschädigung zu beanspruchen und seinen massgebenden Einfluss in allen deutschen Dingen durchzusetzen? Ostreich allein hätte Preussen nicht mehr entgegentreten können, und Bussland wollte ihm Sachsen zuweisen, um in Polen freie Hand zu bekommen. Es soll freilich nicht bestritten werden, dass man diese Vermutung von dem auf den ersten Blick ja nicht unwahrscheinlichen Rechtsabmarsch Napoleons auch an anderen Stellen erwogen hat. Täglich aber liefen doch Blüchers Meldungen beim Obercommando ein, etwa des Inhalts: »Ich bin hart am Feinde, der sich in grosser Unordnung zurückzieht". Wie sollte denn auch Napoleon sein schon geschwächtes Heer geteilt haben? Denn der eine Teil wenigstens befand sich doch sicher auf der Frankstand in sicherer Aussicht, sie ward abgewendet durch die Schuld des grossen Hauptquartiers". 67) Schlosser a a. O. S. 592. V