Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 172)
- Language
- German
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14 Ernstliches einzulassen. So wurden auch diese Truppen, obgleich es hier den schwachen Kräften gelang, mehrere Stunden die Vorhut Napoleons aufzuhalten, schliesslich zurückgeschlagen, und alle vorgesandten Abteilungen zogen sich allmählich auf das Hauptheer Wredes zurück, das dieser in der Stärke von 30000 Mann und 3500 Reiter bei Hanau aufgestellt hatte, G-eneral Deroy war es mittlerweil in geschicktem Zusammenmanövrieren mit dem Streifscharenführer General Kaisaroff am 29. gelungen, einen feindlichen Heerhaufen von 3000 Mann in kläglicher Verfassung im Lamboywalde gefangen zu nehmen. Auch andere fliegende Korps der Hauptarmee stiessen allmählich zu Wrede, so z. B. Mensdorf, der unmittelbar vor Napoleon hermarschiert war, auch Czernischeff und Scheibler, die indessen alle keine ganz genaue Auskunft über die Stärke des feindlichen Heeres zu geben vermochten, aber alle die immer mehr überhandnehmende Auflösung der französischen Truppen meldeten. „Es schien gewiss", so sagte ein Begleiter Wredes, „dass Napoleon bis Schlüchtern die Hauptstrecke nicht verlassen hatte, doch gingen immer noch einige Notizen dahin, als wenn es sich von da aus rechts gewandt hätte". In Wirklichkeit aber war Napoleon am 29. in Langenselbold eingetroffen, und niemand konnte jetzt mehr seinen Weitermarsch ernstlich hindern. — Man fragt sich nun, weshalb Wrede denn so gar wenig tat, um seinem Auftrage nachzukommen.43) Freilich die vor Würzburg verlorenen Tage waren nicht wieder einzubringen, und die Pässe bei Wirtheim zu besetzen, dazu war es zu spät, aber er hätte doch gewiss nicht die höchst ungünstige Stellung bei Hanau gewählt: Vor sich den Wald, der ihm jede Bewegung des Feindes verdeckte, hinter sich die angeschwollene, nur zweimal überbrückte Kinzig, auch leicht auf dem rechten Flügel zu umgehen durch eine Abteilung, die etwa bei Rückingen den Fluss überschritten hätte, wenn er genau gewusst hätte, woran er gewesen wäre.44) 43) Es herrschte übrigens allgemein die Ansicht, Wrede werde Napoleon noch diesseits des Rheins angreifen; vergl. z B. den Brief Stein's an seine Frau 21. Oct. 1813. Auch Rückerts Gedicht: „General Wrede". Nesselrodt an Stein 30. Oct.: „Wrede ist bei Hanau und erwartet dort festen Fusses den Kaiser Napoleon" u s. w. 44) Oncken „Zeitalter der Revolution", S. 709 ff. V