Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 166)
- Language
- German
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8 zu dem die Verhandlungen schon Ende August geführt waren, zu einer Zeit abzuschliessen, wo es für Baiern am vorteilhaftesten war.21) Dann war er ein überzeugter Anhänger Ostreichs, ein Gregner Preussens, namentlich des leitenden Staatsmannes Stein22), vor allem aber ein bairischer Patriot, der seinem Könige eine führende Stellung in Süddeutschland gewinnen wollte, wobei er allerdings mit grosser Eigenmächtigkeit vorging. Nun hatte sich, nachdem schon am 16. September die Division Raplowich 23) die Abberufung vom französischen Heere erhalten hatte, — ßaiern wollte zunächst neutral bleiben — ein östreichisch - bairisches Heer unter dem Oberbefehl des Generals Wrede, zur Verfügung des Pürsten Schwarzenberg gebildet, das, über 50,000 Mann stark, (24,000 Ostreich er) am Inn und Isar aufmarschierte.24) Kühne Pläne bewegten sich in dem Kopf Wrede's. Am liebsten wäre er bei Mannheim über den Rhein gegangen, hätte die nächsten Festungen überrumpelt und so im Rücken Napoleons die Kommunikation und die Verpflegung unterbrochen. 25) Obgleich dieser Plan Erfolg versprach, war man im Hauptquartier Schwarzenberg^ von solch allzu kühnen Wagnissen nicht sonderlich erbaut, und Wrede erhielt am 13. Oktober die Aufgabe gestellt: „Er solle über Regensburg nach Bamberg operieren und die Mainlinie nach eigenem Ermessen schleunigst befestigen lassen; sonach auf die Kommunikation des Feindes nach Umständen gegen Frankfurt a. M. oder Fulda wirken, ferner alles aufbieten, um Magazine am Main zu errichten*,26) Und die all- 21) Schlosser a. a. O., S. 589. Dörr „Schlacht bei Hanau" Cassel 1851. 22) Es war natürlich, dass der bairische Patriot mit dem Staatsmanne in Gegensatz treten musste, der vom grossen deutschen Gesichtspunkte auch die bairischen Angelegenheiten betrachtete. Wrede schrieb z. B. an den König: „Ce diable de M. Stein qui a le nez partout" — un fou, comme je commence ä le taxer d'apres tout ce que je vois de lui." Bezeichnend nennt es Stein ein anderes Mal: „generalissime de Punivers". Heilmann S. 332 und 333. 23) Heilmann S. 260; Die Darstellung folgt jetzt hauptsächlich den genannten Werken von Heilmann, Roeder, Dörr. 24) Roeder, S. IX ff. 25) Beitzke S. 679 meint, an diesem ziemlich abenteuerlichen Project hätte die vorläufige Besitznahme der bairischen Pfalz grossen Anteil gehabt. 26) Heilmann „Der Feldzug von 1813" S. 163, 164 ff. Y