Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 157)
- Language
- German
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44 Fällen als die Ursache der morphologischen Annäherung" verwandtschaftlich divergierender Pflanzen anzunehmen. Alle Veränderungen, welche die Pflanzen infolge äusserer Einflüsse erfahren, treten nur an den vegetativen Teilen hervor, die reproduktiven Organe bleiben dabei unberührt; diese sind ausserordentlich konstant, und in ihnen, namentlich den Samen und Sporen ist die materielle Ursache der Eigenartigkeit der einzelnen Pflanzen zu suchen. Im schlummernden Samen ruht die Pflanze potentiell. Sobald die in ihm latente Energie durch die äusseren Bedingungen der Wärme und Feuchtigkeit geweckt wird, beginnt das Leben der Pflanzen und zwar mit der Ausbildung des Protoplasmas. In diesem liegt die Quelle für die gesamte Lebenstätigkeit derlPflanze. Das, was Samen und Sporen in chemischer Hinsicht von und unter einander unterscheidet, kann in der Hauptsache nur in den Eiweisskörpern des Protoplasmas liegen, denn diese Stoffe, an welche überall in der ganzen organischen Welt das Leben gebunden erscheint, sind mehr als alle anderen Bestandteile der Zelle, einer ausserordentlichen Verschiedenheit der Zusammensetzung fähig. Die Moleküle der Eiweisskörper sind dadurch ausgezeichnet, dass in ihnen eine sehr grosse Zahl von Atomen vereinigt ist; und es ist wahrscheinlich, dass dieselben aus einer Verbindung vieler Atomgruppen bestehen. Innerhalb jeder derselben sind aber viele Isomerien möglich, die dann ihrerseits wieder in der mannigfachsten Kombination und Verkettung auftreten können. So ist die Möglichkeit vorstellbar, dass die ausserordentlich grosse Zahl verschiedener Samen und Sporen chemische Unterschiede in ihren Eiweissverbindungen darbieten, welche dem grossen Keichtum der Pflanzenwelt an Arten und Formen entspricht. Wie die Zusammensetzung der Eiweisskörper, so kann auch die Struktur des Protoplasmas, das aus Fäden und Blättchen gebildete Gerüst, unendlich verschieden sein. Und es ist anzunehmen, dass jede Pflanzenart ein ihr eigentümliches Protoplasma besitzt, und dass infolge dessen die absolute Verwandtschaft der Pflanzen ihre letzte physische Ursache in der Gleichartigkeit dieser organisierten Eiweissmasse hat, dass ferner die Ähnlichkeit in dem Masse abnimmt, wie die Struktur des Protoplasmas an Gleichartigkeit sich verringert, und dass der grosse IV