Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 154)
- Language
- German
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41 Schuppenmieren, sowie jenen Wolfsmilcharten, welche den Fackeldisteln gleichen. Mit dem geringen Wassergehalt der Heide und der Wüste hängt noch eine andere Eigentümlichkeit der in diesen Gebieten auftretenden Pflanzen zusammen, die darin besteht, dass Bäume und Sträucher hier häufig die Zwergform annehmen, und dass viele Gewächse Dorne ausbilden. Das Wasser ist in doppelter Hinsicht die wichtigste Lebensbedingung für die Pflanzen, denn es bildet nicht nur einen wesentlichen Bestandteil des Zellsaftes, sondern es führt dem Pflanzenkörper auch die zur Ernährung nötigen Mineralstoffe zu. W^enn nun ein Boden häufig an lange anhaltender Trockenheit leidet, so werden die dort wachsenden Pflanzen in ihrer Entwickelung gehemmt, alle Teile verkümmern, Blätter und Zweige verwandeln sich dabei leicht in Dorne, und der ganze Pflanzenkörper nimmt eine zwergartige Gestalt an. Besonders zahlreich sind die zwergfÖrmigen Bäume und Sträucher in der Wüste, sie finden sich jedoch auch in der Heide vor, wie die verkrüppelten Föhren, Birken, Weiden, Pappeln und Erlen zeigen, welche man als Charakterpflanzen der Heide bezeichnen kann. Zu den dornigen Sträuchern der Heide gehören die Hauhechel, der Schwarzdorn und einige Ginsterarten, welche den Mimosen des Wüstengebietes entsprechen. Die am Strande wachsenden Salzpflanzen stimmen nach Bau und Lebensweise mehr oder minder mit den Sukkulenten des Binnenlandes überein. Auch diese Pflanzen, welche auf Sandboden wachsen und der Wirkung starker Sonnenwärme ausgesetzt sind, weichen nach der Ausbildung der Blätter und im ganzen Habitus von den ihnen verwandten Arten vollständig ab. Viele Salzkräuter wie Glaux, Suaeda, Spergularia salina, Sagina maritima und die Portulakgewächse besitzen fleischige Blätter von walziger oder eiförmiger Gestalt, bei Salsola und Echinopsilon sind die Blätter linealisch und trocken, und bei Salicornia fehlen sie ganz,- so dass bei dieser Pflanze der fleischige Stengel die Kohlensäure-Assimilation übernehmen muss. Dass auch die Höhenlage einen bedeutenden Einfluss auf die morphologischen Verhältnisse der Pflanzen hat, lässt sich leicht feststellen. Mit der Erhebung über die Meeresoberfläche nimmt im allgemeinen die Grösse der Pflanzen ab. Die schlanken, IV