Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 152)
- Language
- German
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39 Mitbestimmend für die Ausgestaltung der Pflanzenorgane ist auch die Beschaffenheit des Bodens, besonders der Wassergehalt desselben, weil das Wachstum der Organe und somit auch die Form derselben wesentlich von der Zufuhr des Wassers und der darin gelösten Mineralstoffe abhängt. Pflanzen, die auf sandigem oder steinigem Boden auftreten, vorzüglich die Heide- und Wüstenpflanzen haben zum grössten Teil eigenartige Bildungen, welche mit dem in diesen Gebieten herrschenden Wassermangel im Einklänge stehen. Vor allem sind es die der Atmung, Assimilation und Transpiration dienenden Blätter, welche bei den an trockenen Standorten vorkommenden Gewächsen, den Xerophyten eine besondere Form und Beschaffenheit zeigen. Da diesen Pflanzen das zum Leben nötige Wasser wegen der Durchlässigkeit des Bodens nur zeitweilig in grösserer Menge zu Gebote steht, so müssen dieselben ihren Verbrauch an Wasser aufs äusserste einschränken, was bei den in der Wüste lebenden Arten umsomehr ein Erfordernis ist, als sie der Einwirkung trockener Luft und hoher Sonnenwärme ausgesetzt sind. Bei vielen Xerophyten sind die Blätter durch Verringerung der Spreite und der Zahl der Spaltöffnungen vor zu starker Verdunstung des Wassers geschützt. Derartige Blätter, welche trocken erscheinen, haben die auf sandigem oder steinigem Boden wachsenden Gipskräuter, Schuppenmieren, Knorpelkräuter, der Stechginster und das Spartgras, sowie die stacheligen Wetter- und Kardendisteln und die Mannstreu. Eine geringe Transpiration haben auch die mit verdickter Kutikula versehenen, lederartigen Blätter, welche sich bei den Heidekräutern, Heidelbeeren und Wintergrüngewächsen vorfinden. Die stärkste Verdickung der Oberhaut zeigen die Blätter der dem Wüstengebiete angehörenden Arten von Spartium und Genista. Die sukkulenten Xerophyten besitzen fleischige Blätter, welche im stände sind, das einmal aufgesogene Wasser in ihrem grossen, lockeren Parenchym lange aufzubewahren, zumal die Verdunstung durch mancherlei Mittel verringert wird. Zu diesen Mitteln gehört die Ausscheidung von Wachs auf der Oberhaut, ferner die Versenkung der Spaltöffnungen in Furchen oder Gruben, sowie die Ausbildung von walzigen oder eiförmigen Blättern, XV