Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 151)
- Language
- German
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38 ist. So finden wir bei den Wasserpflanzen zwei verschiedene Formen von Blättern: schmale, linealische oder zerschlitzte untergetauchte und breite, meist kreisrunde oder nierenförmige schwimmende Blätter, die beide den äusseren Lebensbedingungen vortrefflich angepasst sind. Stengel und Blätter der Wasserpflanzen, zeichnen sich nicht nur durch ihre eigenartige Gestalt, sondern auch durch die zahlreichen Lufträume, welche in ihren Geweben ausgebildet sind, vor anderen Gewächsen aus. Unter den Algen, der grössten Gruppe von Wasserpflanzen, haben die band- und riemenförmigen Arten der Ledertange (Fucaceen) besondere, gestielte oder dem Thallus aufsitzende Luftbehälter in Form von kugeligen oder eirunden Blasen. Durch diese Einrichtung werden die Wasserpflanzen specifisch sehr leicht und können sich deswegen zum Teil auf dem Wasser schwimmend erhalten, wie die Wasserlinsen und viele Tange, oder sie sind doch im stände, durch das Wasser empor zu wachsen, um ihre untergetauchten Blätter an das Licht und diejenigen, welche zum Schwimmen eingerichtet sind, nebst den Blüten auch an die Luft zu bringen. Durch die dem Wasserleben angepasste Ausbildung des Stengels und der Blätter unterscheiden sich mehrere Arten der angeführten Pflanzen von ihren nächsten Verwandten, welche auf dem Lande wachsen, so die Sumpfprimel, der Wasserhahnenfuss, die zu den Kreuzblütern gehörende Pfriemenkresse und das Hornblatt, welches mit den Nesseln verwandt ist. Hinsichtlich ihrer Gestalt und der Form der Blätter zeigen die Wasserpflanzen nur eine geringe Abwechselung, weil sie sich unter sehr gleichmässigen äusseren Lebensbedingungen entwickeln. Ganz anders verhält es sich mit den Landpflanzen, welche im Erdboden wurzeln, und deren Stengel, Zweige, Blätter und Blüten der Einwirkung der Luft ausgesetzt sind; diese lassen die grösste Mannigfaltigkeit im Habitus und in der Form der Organe erkennen. Die Luft ist nach Wärme, Feuchtigkeit, Bewegung und in Bezug auf das Licht in den einzelnen Gebieten und Jahreszeiten ausserordentlich verschieden und veränderlich, und diese Verschiedenheit übt auf die Pflanzen einen grossen Einfluss aus, der in der ganzen Gestalt der Gewächse und in der Ausbildung der Blätter und Blüten zum Ausdruck kommt. IV