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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1903-01-01 · 1903 · page 148

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1903
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 148)
Language
German
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IRI
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35 lichkeit verschieden. Zwischen Verwandtschaft und Ähnlichkeit besteht ein naher Zusammenhang. Je grösser die Verwandtschaft, um so grösser ist auch die Ähnlichkeit und zwar nicht nur in den morphologischen Eigenschaften, sondern auch in anatomischer Beziehung. Bemerkenswert und lehrreich ist nun die Beobachtung, dass nahe verwandte Pflanzen häufig im ganzen Habitus und insbesondere nach der Form der vegetativen Organe, aber auch in kleinen anatomischen Merkmalen verschieden sind, dass also eine gewisse Abweichung von der angenommenen Übereinstimmung von Verwandtschaft und Ähnlichkeit stattfindet. Diese Tatsache erklärt sich aus der allen Pflanzen eigenen Schmiegsamkeit, der Fähigkeit, sich den äusseren Verhältnissen anzupassen. Die Entwickelung der Pflanze aus dem Samen oder der Spore wird zwar im wesentlichen durch das Gesetz der Erblichkeit bestimmt, aber mitwirkend sind dabei die äusseren Lebensbedingungen : der Zustand des Mediums, in welchem die Pflanze lebt, die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Bodens, des Wassers und der Luft, sowie die Erwärmung und Beleuchtung, welche die Pflanze erfährt. Dieser Einfluss der äusseren Verhältnisse ist zwar niemals stark genug, um das dem Samen oder der Spore immanente Entwicklungsgesetz der Erblichkeit aufzuheben und die Pflanzenart in ihren wesentlichen Organen zu verändern, aber er reicht hin zur Abänderung der Gestalt der vegetativen Organe im Sinne einer zweckmässigen Anpassung an die äusseren Lebensbedingungen und zur Einführung kleiner Änderungen im anatomischen Bau der Stengel- und Blattgebilde, die biologisch nützlich sind. Bei diesen Veränderungen muss eine gewisse Plasticität des Pflanzenkörpers vorausgesetzt werden; diese ist aber auch zweifellos vorhanden. Wir sehen ja, dass die Kulturpflanzen bei geeigneter Pflege ihren Habitus oft vollständig verändern. Freilich erstrecken sich diese Veränderungen nur auf die unwesentlichen Teile, die vegetativen Organe, nach deren Ausbildung wir die Ähnlichkeit der Pflanzen beurteilen; und wenn auch Teile der Blüte Änderungen erfahren, so betreffen diese fast nur die Farbe derselben und die Staubgefässe, welche sich ihrer ursprünglichen Anlage gemäss blattartig entwickeln, wie bei ge- IV

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