Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 147)
- Language
- German
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34 Sporen erzeugen. Der beim Keimen der Sporen frei werdende Schlauch bildet infolge Spitzenwachstums und Verzweigung ein Mycel, aus welchem ein neuer Fruchtkörper hervorwächst. Die Vergleichung der Pflanzen lässt erkennen, dass verwandte Arten eine grosse Übereinstimmung in den vegetativen Organen zeigen, dass sie einander ähnlich sind. Es giebt aber auch manche Fälle, in denen Pflanzen trotz naher Verwandtschaft ein ganz verschiedenes Aussehen haben, und ebenso häufig wird ein gleicher Habitus bei solchen Pflanzen gefunden, die in systematischer Hinsicht weit auseinander stehen. Der Parallelismus zwischen Ähnlichkeit und Verwandtschaft, der in der Pflanzenwelt am häufigsten ist, erklärt sich aus dem Gesetz der Erblichkeit und nach der Descendenztheorie. Jede Pflanze erzeugt durch Samen oder Sporen neue Individuen, welche nach den vegetativen und reproduktiven Organen, aber auch im anatomischen Bau und in den Lebenserscheinungen mit der Mutterpflanze vollständig gleich sind. Pflanzen, welche sich durch diese Merkmale auszeichnen, bei denen Ähnlichkeit und Verwandtschaft zusammenfallen, werden als eine Art oder Species bezeichnet. Wie nun viele Arten unserer Garten- und Feldpflanzen durch gute Pflege und geeignete Züchtung mancherlei Veränderungen erfahren; wie durch die Kultur häufig mehrere Spielarten aus derselben Stammform hervorgehen: so sollen nach der von Lamarck aufgestellten und von Darwin begründeten Descendenztheorie alle Pflanzenarten aus einer oder nur wenigen Urformen entstanden sein, indem diese Typen durch äussere Einflüsse Abänderungen erfahren haben, welche sich infolge natürlicher Zuchtwahl und Vererbung im Laufe grosser Zeiträume zu divergierenden Formen ausgebildet haben, wie sie uns in den Arten der Gattungen, Familien, Ordnungen und Klassen gegeben sind. Diese Theorie, welche in der Entstehung der vielen Spielarten unserer Kulturgewächse eine gewichtige Stütze findet, wird jetzt allgemein als richtig angenommen, wenn auch über den Einfluss der Kräfte, welche bei der Veränderung der Urformen mitgewirkt haben, erhebliche Meinungsverschiedenheiten bestehen. Nach dieser Theorie sind alle Pflanzen verwandt und nur im Grade der Verwandtschaft und im gleichen Masse an Ähn- IV