Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 146)
- Language
- German
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33 Wasser und die Mineralstoffe zuführen und sie vor äusseren, schädlichen Einflüssen schützen. Auf Kleepflanzen und Futterrüben findet man im Herbst nicht selten den kleinen Feld-Becherpilz (Sclerotinia ciborioides), welcher mit der in Nadelwäldern wachsenden Becherflechte (Cladonia pyxidata) ausserordentlich ähnlich ist. Und doch haben beide einen ganz verschiedenen Bau. Der Becherpilz besitzt ein aus dichtem Flechtwerk weisser Fäden gebildetes Lager und einen gestielten, becherförmigen Fruchtträger, auf welchem die Sporenschläuche stehen. Bei der Becherflechte dagegen zeigt das aus Pilzfäden und Gonidien zusammengesetzte Lager zwei verschiedene Formen. Der auf der Erde liegende Teil ist laubartig und feingelappt, während der aufrechte Körper die Gestalt eines Bechers hat, dessen Rand die knopfförmigen Apothecien trägt. Die Ähnlichkeit der Flechte und des Pilzes beruht demnach auf der gleichen Gestalt ungleichwertiger Organe. Bei der einen Pflanze ist der Becher ein Vegetationskörper, bei der andern aber der Fruchtträger. Sehr auffallend ist die Ähnlichkeit, welche zwischen der an den Küsten des Mittelmeeres wachsenden Schirmalge (Acetabularia) und dem in unseren Nadelwäldern vorkommenden Lauchschwamm (Marasmus) besteht, denn beide haben einen langen, dünnen Stiel und einen kreisrunden Schirm, der strahlenförmige Streifen zeigt. In verwandtschaftlicher Hinsicht sind aber beide grundverschieden. Die Schirmalge, welche zu der Ordnung der Siphoneen gehört, besteht aus einer einzigen Zelle, welche durch unregelmässiges Wachstum einen Stiel mit Haftblättchen und eine kreisrunde, dem Schirm eines Hutpilzes ähnliche Scheibe ausbildet. Die Scheibe ist durch strahlig angeordnete Leisten, die von der Membran entspringen, in viele Fächer geteilt, welche sich wie Sporenbehälter mit Keimkörnern füllen. Diese erzeugen schwärmende Gameten; und durch Kopulation zweier Gameten entsteht eine Dauerspore, welche beim Keimen zu einer neuen Pflanze heranwächst. Einen ganz anderen Bau, eine andere Fortpflanzung und Entwickelung zeigt der Lauchschwamm, der zu den Hutpilzen gehört, und wie diese ein verzweigtes Mycel und einen gestielten Fruchtkörper besitzt, auf welchem die Basidien durch Abschnürung IV