Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 142)
- Language
- German
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29 Bildungen. Der wurzellose Stengel wird nur von einem, in der Achse verlaufenden Gefässbündel durchzogen und gleicht dadurch einer Wurzel, und der Keimling besitzt schon im Samen mehrere Blattquirle, ist also in seiner Entwickelung weiter vorgeschritten, als die Keimlinge anderer Pflanzen. Wie in einigen Fällen die Ähnlichkeit unter Pflanzen zur Blütezeit gewissermassen verschwindet, so wird dieselbe bei manchen Arten durch das Erscheinen der iUüten und Blütenstände vergrössert. Die Schafgarbe (Achillea millefolium) und die wilde Möhre (Daucus carota), welche auf Wiesen oft nebeneinander wachsen, können wegen ihrer ähnlichen Blätter und Blütenstände leicht verwechselt werden. Die vielspaltigen Blätter der Schafgarbe gleichen den gefiederten Blättern der Möhre, und die aus kleinen Blütenköpfen gebildete Doldentraube macht fast denselben Eindruck, wie die zusammengesetzte Dolde der Möhre. Bei näherer Betrachtung der Blütenstände, der Blüten und der Früchte zeigt sich jedoch, dass die sehr ähnlichen Pflanzen nur in einem geringen Grade verwandt sind, dass die Schafgarbe zu der Familie der Korbblüter, die Möhre aber zu den Doldenträgern gehört. Ähnlich verhält es sich mit der Wetterdistel (Carlina vulgaris) und der Mannstreu (Eryngium campestre). Auch diese Pflanzen zeigen zur Blütezeit eine ganz gleiche Tracht denn ihre Blätter haben einen stacheligen Rand, ihre kleinen Blüten stehen in Köpfen, welche eine Doldentraube bilden, und die Hüllblätter der Blütenköpfe sind dornig zugespitzt. Beide sind aber systematisch ganz verschieden Die Wetterdistel gehört nach den röhrenförmigen Blüten, dem einfächrigen Fruchtknoten, aus welchem sich eine Achene entwickelt, und nach dem eiweisslosen Samen zu der Familie der Korbblüter, während die Mannstreu zu den Doldenpflanzen rechnet, denn ihre Blüten sind fünfstrahlig, besitzen einen zweifächerigen Fruchtknoten, der zu einer Doppelachene heranwächst, und ihre Samen enthalten ein ölreiches Endosperm, welches den kleinen Keimling ganz umhüllt. In Hessen-Nassau und im Rheinlande findet man am Rande der Getreidefelder nicht selten zwei zwergförmige Pflanzen: Myosurus minimus und Chamagrostis minima, welche einander sehr ählich sind. Sie haben beide linealische, wurzelständige IV